Tuesday, April 4, 2017

Boh, beh, mah...tja...

Wann fühlt man sich zu einer Sprache halbwegs zugehörig? Wenn man seltsame Alltagssprachpartikel anwendet ohne eine griffigere Alternative parat zu haben. Im Italienischen gehören dazu Ausrufe wie "Boh", die auch völlig alleine stehen können und dennoch alles aussagen, was sie aussagen sollen. Darüber hinaus fallen mir noch "Beh" und "Mah" ein und dann natürlich "Eh". Es gibt auch "Oh", was man jetzt wie im Deutschen verwenden kann oder möglicherweise regional eingeschränkt auch mit drohender Bedeutung, als Warnung, vor allen Dingen, wenn es ein ziemlich kurzes und scharfes "Oh!" ist und ausgesprochen vielleicht eher nach "Ou!" klingt.

Halbwegs bekannt ist natürlich das "Boh!", das man glaube ich ziemlich schnell lernt, wenn man sich mit der Sprache oder dem Land beschäftigt. Man kann es kurz sagen oder auch richtig langziehen, je nachdem wozu man es gerade verwendet. "Boh" heißt soviel wie "Keine Ahnung" oder gilt als genereller Ausruf des Nichtwissens. "Boh" ist damit schon eine komplette Antwort oder aber man ergänzt noch "non lo so", was dann zu einem "Boh, non lo so" und damit zu "Keine Ahnung, ich weiß es nicht" wird. Oder wenn man noch andere Informationen zum Nichtwissen ergänzen will, kann man etwas sagen wie "Boh, forse alle 5" ("Keine Ahnung, vielleicht um 5 Uhr") je nachdem, um was es bei der Frage ging.

"Boh" habe ich anfangs in denselben Topf geworfen wie "Beh", dabei ist "Beh" etwas völlig anderes. Während man mit "Boh" ausdrückt, dass man keine rechte Ahnung hat, ist "Beh" oftmals einfach nur eine Einleitung, vielleicht etwas relativierend. Langenscheidt übersetzt "Beh" mit "Naja, also" und das trifft es meiner Meinung nach ziemlich auf den Punkt. Man könnte auch sagen "Nun..." oder auch "Tja...", die ja auch im Deutschen ähnlich funktionierende Partikel sind.

"Mah" übersetzt Langenscheidt mit "hm". Meiner Erfahrung nach ist "mah" in den Regionen, die ich hier im Norden kenne, eher abfällig gemeint oder drückt aus, dass man irgendwie tendenziell dagegen ist, sich aber ansonsten nicht weiter dazu äußern möchte. Wenn beispielsweise jemand sagt, dass er wegen einer Kleinigkeit aus dem Job gefeuert worden ist, dann würde ein  abfälliges "Mah!" durchaus passen. Es hängt natürlich auch davon ab, wie man es betont. Ein kurzes, zackiges "Mah!" mit fast aspiriertem H am Ende klingt für meinen Geschmack immer sehr missbilligend und auch deswegen auch völlig alleine die Antwort stellen.

Dann gibt es natürlich noch das "Eh!". Und das ist wirklich recht universell. Langenscheidt bietet hier die folgenden Übersetzungen an: Eh! He! Jaja! Naja! Was solls! Nicht wahr? Oder? Es kann einleitend: "Eh, cosa ti devo dire?" (Eh, was soll ich dir sagen?) oder auch abschließend "Bello, eh?" (Toll oder?) verwendet werden und klingt möglichweise etwas weniger formell, was aber auch für die anderen Partikel gilt.



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