Saturday, January 21, 2017

Ein Hotdog und es brennt...

Uuuuuh uuuh uhhh, was für ein Start ins neue Jahr! Nein, ich beklage mich nicht, ich wusste, dass es sehr arbeitsintensiv werden würde und das schon gleich von Anfang an. Schon am 2. startete mein Intensivkurs Deutsch und das bedeutete, dass am 1. ausschließlich vorbereitet werden musste. Also kein Kater und keine Feierei bis in die frühen Morgenstunden am Silvesterabend. So ganz hat das nicht hingehauen, denn wir haben wieder in Pisa gefeiert und mussten deswegen noch eine recht lange Strecke nach Hause fahren, aber ich gebe zu, dass ich mich immerhin gleich in Disziplin geübt habe und das hieß: ranklotzen.

Eine Schwierigkeit kam hinzu. denn nachdem ich den Silvesterabend von mindestens 4 schwer erkälteten Personen umgeben gewesen war und auch Schüler am 2. mit Husten und Schnupfen zum Unterricht erschienen, traf es mich auch sofort mit einem Kratzen im Halt, das sich auf eine fette Erkältung ausdehnte. Und - diese hält heute noch an! Fast drei ganze Wochen bin ich deswegen irgendwie eingeschränkt und kann mich kaum daran erinnern, dass es einmal anders gewesen ist.

Hinzu kamen noch weitere Herausforderungen: beispielsweise spielte Ludwig eine ganze Woche lang verrückt, weil offenbar irgendwelche Weibchen in der Nachbarschaft läufig waren und er aufgrund dessen weder schlief, noch aß, noch ruhig blieb. Ein Spießrutenlauf! Tagsüber zerrte er auf Gassitouren oder wollte raus in den Hof, rein ins Haus, raus in den Hof, rein ins Haus, schön im minütlichen Abstand. Nachts stand er wimmernd vor unserem Bett und versuchte einen von uns dazu zu bewegen mit ihm raus zu gehen. In der ersten Nacht verstand ich das noch falsch und glaubte er hätte vielleicht Durchfall, also stand ich einmal um 2 und einmal um 5 Uhr morgens frierend im Bademantel draußen, nur um zu erkennen, dass es ein ganz anderer Notstand war als ursprünglich gedacht. Katze Tino wurde zeitgleich kastriert, überstand das aber ohne irgendwelche Komplikationen oder Auffälligkeiten. Wenigstens etwas...

Aber auch außerhalb unseres eigenen Biotops geht es drunter und drüber. Der Süden ächzt unter nie gesehenen Schneemassen, Mittelitalien wird von Erdbeben heimgesucht und all das zusammen hat zu einer Vielzahl an Katastrophen geführt, die in diesen Tagen die Nachrichten beherrschen. In Genua gab es weder Erdbeben noch Schnee, dafür hatten wir hier drei Großbrände. Jawohl, Genua, die Stadt der Feuchtigkeit und des Schimmels hatte seit rund zwei Monaten keinen Regen mehr gesehen (und damit zum ersten Mal auch weder Überflutungen noch Schimmel!) und so konnten sich gleich mehrere Feuer gespenstisch ausdehnen! Die Autobahn war über viele Stunden gesperrt, Leute saßen in ihren Autos in Tunnels fest und in Pegli, westlich von Genua, wurden sogar mehrere Hundert Anwohner evakuiert, darunter eine Schülerin von mir. Inzwischen sind die Brände wohl gelöscht, der Schaden dennoch beachtlich und mindestens eine Festnahme hat es auch gegeben.

Ebenfalls gespenstisch war eine Nacht, in der ich ahnungslos Müll auf die Straße bringen wollte und sah, wie völlig geräuschlos eine Reihe von Polizeiwagen und anderen Autos kreuz und quer auf dem Parkplatz standen und eine Leiche aus einem Nachbarhaus abtransportiert wurde. Hoppla! Bis heute haben wir nicht erfahren, was da wirklich vorgefallen ist, denn es ist so kalt draußen, dass ich dieses Jahr auch noch keinen unserer zentralen Nachbarn gesehen habe. Ehrlich wahr. Also eines kann man auf jeden Fall sagen: Langweilig ist es nicht, dieses Jahr...!



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