Tuesday, August 30, 2016

Es wildschweint mal wieder...

Alle Jahre wieder! Nein, wir wissen ja inzwischen, dass sich die Wildschweine ordentlich präsent gemacht haben. In Wäldern, aber auch in Stadtparks und Wohngebieten und das - salopp gesagt - wirklich überall in Europa. Ich weiß nicht wieso das Thema hier in Genua wieder so ganz besonders brisant geworden ist. Es vergeht kein Tag, an dem man keine Wildschweine gesehen hat und das sogar mitten am Tag und auf den vollen Straßen! Ganze Wildschweinsippen sind unterwegs! Neulich meldete jemand in der Facebook-Gruppe unseres Ortes, sie hätte 14 (!) Wildschweine auf der Straße gezählt. Und ich kenne die Ecke, die sie genannt hat, das ist hier gerade 100m weit weg! "Attenzione! Cinghiali!" ist also zum absoluten Horror geworden! Neulich stand meine bessere Hälfte einem 200kg Keiler gegenüber als er gegen Mitternacht von einer Bandprobe nach Hause kam. Immerhin floh das Tier, als er das Motorrad hörte, aber der kleine feine Unterschied ist angeblich der, dass das Wildschwein sich in der Lage sehen will zu fliehen. Sobald sie sich in der Falle fühlen, fangen sie an zu attackieren. Nur - weiß man, wann genau sich ein Wildschwein in der Falle fühlt?!
Bei der letzten Meldung "Attenzione! Cinghiali!" schnappte ich mir das Auto und fuhr die Strecke ab, aber es war kein Borstentier mehr zu sehen gewesen. Ihr Grunzen höre ich allerdings ab und an und dann ist nur noch Flucht ab durch die Mitte angesagt! Wie macht man das, wenn man mit dem Hund abends noch einmal auf die Straße muss? Wie machen das die Unmengen an Hundebesitzern, die hier in jedem zweiten Haus auch von der Situation betroffen sind? Der Wald ist gute 300m von hier entfernt, ein Mehrfamilienhaus steht direkt an seinem Eingang. Die Tiere wurden auch schon tagsüber gesehen - gestern überquerten sie offenbar den Parkplatz eines der hiesigen Supermärkte!
Unser Garten kann ein Lied davon singen. Letztes Jahr hatten sie ihn halb durchwühlt und den einen Feigenbaum übel zugerichtet - dieses Jahr sieht es fast noch schlimmer aus! Der inzwischen nachgewachsene Feigenbaum ist erneut heruntergebrochen worden und diesmal traf es auch einen der anderen Feigenbäume. Er sieht aus als sei er mit schwerem Gerät bearbeitet worden - massive Äste sind einfach abgebrochen worden und ich hätte auf Randale getippt, sähe man keine eindeutigen Kratz- und Beißspuren. Die Viecher müssen eine unglaubliche Kraft haben, um diese dicken Äste abzubrechen. Danach wühlen sie sich durch den Boden, fressen Knollen und jegliche Ernte, die ihnen zwischen die Kiemen kommt. Auch den Pflaumenbaum haben sie auf gut 50% Größe reduziert! Ernte? Gleich Null! Die Trauben - da noch unreif - haben sie hängen lassen, aber alles niedergetrampelt.
Und heute erzählt mir eine Nachbarin, dass sie sah wie die Schweine über die Mauer hinweg in unseren Garten sprangen, dort alles durchwühlten und sich dann unter dem Zaun hindurch in ihren Garten bohrten. Und das nicht nur einmal, sondern immer wieder.
Unglaublich! Was kann man tun? Erstmal überhaupt nichts! Alle baulichen Maßnahmen halten ihnen nicht stand und als Tierliebhaber ist man ohnehin in einem derben Zwiespalt. Sie haben genauso Recht hier zu sein wie unsereins auch - dennoch fühlt man sich einfach unsicher auf den Straßen und im Garten, sobald es dunkel ist...






1 comment:

  1. Das Problem haben hier auch so viele Regionen :/
    LG
    Anja

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