Tuesday, June 21, 2016

Ein seltsamer Tag

Es gibt seltsame Tage...neulich war so einer. Ich bin morgens schon kaum wach geworden. Ein Kaffee nach dem anderen und es hat nicht wirklich geholfen. Es war ohnehin schon dunkel ohne Ende. Spontan fing es an zu regnen, obwohl die Wettervorhersage kein Wort dazu verkündet hatte. Infolgedessen sah man keine Menschenseele draußen vor der Tür, außer einer einzigen Person, die aus der Wohnung der Familie, die sich vor Kurzem erst traurigerweise getrennt hat, offenkundig Regale oder Schrankteile hinaustrug. Völlig allein. Im Regen. Ludwig schleppte überraschend zum allerersten Mal seinen großen Knochen aus der Metzgerei nach draußen in den Garten und nagte ihn dort im Platzregen in aller Seelenruhe ab, obwohl er dabei völlig durchnässt wurde und eigentlich Regen hasst wie die Pest. Ein nasser Hund hilft der Stimmung auch nicht wirklich, zumal ich am gleichen Tag sah, dass er irgendeinen seltsamen Ausschlag am Bauch hatte und stundenlang nervös daran herumnagte. Ich konnte ihn also auch nicht einfach unter die Dusche stellen. Später, als der Regen aufhörte, meinte er die Babykatze im Garten zu erkennen und sprang auf diese zu, die sich allerdings als Igel entpuppte. Ich musste diesen auf einer Schaufel davontragen, denn in seiner Angst stellte er sich tot und lag dabei genau vor dem Gartentor, das sich mit Igel davor nicht öffnen ließ. Auf dem Terreno rennen hielt ich für eine gute Ablenkung. Das Gras war nass, aber Ludwig war ohnehin auch schon nass, also kam es nicht mehr darauf an. Viel übler war, dass ich glaubte eine Katze hätte sich auf den Boden übergeben. Bei genauerem Hinsehen war es eine tote Ratte...vermutlich ebenfalls das Werk einer Katze. Sie lag auf dem Rücken und war übel zugerichtet. Einen so großen Nager hatte ich noch nie gesehen und habe auch nicht unbedingt das Bedürfnis so einem tot oder lebendig noch mal über den Weg zu laufen. Ich deckte die tote Ratte mit einer Kiste zu, so dass sich Ludwig wenigstens nicht darin wälzen konnte.
Kaum zu Hause terrorisierten mich Anrufer irgendeines Telefonanbieters. In Abständen von 15 Minuten riefen sie an, ließen dreimal klingeln und legten dann wieder auf. So schnell war man nicht mal am Hörer, um sie ordentlich zu beschimpfen. Was war ich erleichtert, als am Abend schließlich meine bessere Hälfte nach Hause kam. Etwas Normalität! Bis er den frischen Kaffee auf dem Herd verschüttete...er floss in die Gasplatte, die daraufhin konstant zündete, egal was man tat. Nach gut einer halben Stunde hatte sie damit aufgehört und meine bessere Hälfte meinte es sei sinnvoll den Herd aufzuschrauben. Dabei schnitt er sich so derbe in den Daumen, dass wir dann erst mal mit dem Erste Hilfe Kit am Werkeln waren. Fast hätte ich ihn ins Krankenhaus fahren müssen, bis wir die Blutung am Ende stoppen konnten.
Ich machte drei Kreuze, als der Tag endlich rum war...!


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