Thursday, May 19, 2016

Arche Noah ist nichts dagegen...

Gegen unseren Haushalt nämlich! Nein wirklich...seit wenigen Wochen werden wir von Tieren heimgesucht, das glaubt uns kein Mensch! Es fing damit an, dass ich vor einiger Zeit den Kühlschrank geöffnet habe und ich war nicht die einzige Person, die sich den Inhalt angeschaut hat. Im Fach unter dem Kühlschrank saß eine Maus. Und die schaute auch was es da alles zu Essen gab. Sie ging nicht in den Kühlschrank hinein, denn nach einem Schreckmoment meiner- und ihrerseits verschwand sie im Fach, aus dem sie gekommen war, just in dem Moment als ich panisch die Kühlschranktür zugeschlagen habe. Die Maus selbst habe ich glücklicherweise nicht mehr gesehen, sie hat allerdings ihre Spuren hinterlassen und kostete mich einen halben Nachmittag alles auszuputzen und das betroffene Geschirr zu spülen. Nur kurze Zeit später begann uns ein Rotkehlchen zu besuchen. Aber nicht einfach nur so im Vorbeiflug. Nein, es versucht nun schon seit einiger Zeit um jeden Preis ins Haus zu kommen. Studiert die Fenster oder sitzt auf der Fußmatte oder unter dem Gartentisch. Zutraulich wie ich das noch nie bei einem Vogel erlebt habe. Auch heute saß es wieder fröhlich auf dem Gartenzaun und flog nur davon, weil Ludwig hier kein anderes Tier als sich selbst duldet. Das wurde besonders klar beim nächsten Vierbeiner, der uns schließlich aufgesucht hat. Nein, kein Wildschwein - das fehlt noch in der Liste! Eine Schildkröte! Sie saß direkt vor unserer Tür auf dem Boden und hatte sich in ihr Haus zurückgezogen, als Ludwig und ich von einer Gassitour zurückkamen. Ich setzte sie kurzerhand in unseren Garten und wir nannten sie Uga, von italienisch "tartaruga" für Schildkröte. Strenggenommen nannte meine bessere Hälfte sie Uga, weil er davon überzeugt war, dass es ein Weibchen sei. Während ich glaubte, es sei ein Männchen und es Ugo nannte. Ugo lebte eine ganze Woche lang in unserem Garten und jeden Morgen und jeden Abend schauten wir, was er gerade so trieb und wo er sich gerade befand. Ludwig kam damit überhaupt nicht klar. Er war so eifersüchtig auf Ugo, dass er uns räumlich trennen wollte und schrill bellte, wenn wir "Uuuugooo" riefen. Dass ich Ugo in die Hand nahm, gefiel ihm auch überhaupt nicht und er versuchte mir diesen wegzuschnappen. Möglicherweise hielt er ihn anfangs sogar für einen Ball. Ugo zog eines Abends einfach aus. Wir sahen ihn nicht mehr und er hatte sich auch nicht von uns verabschiedet. Den Baby-Gecko, der schon am nächsten Tag in unserem Haus saß, nahm Ludwig dann zur Abwechslung nicht zur Kenntnis. Dafür aber das Tier, was am folgenden Abend laute Töne im Garten von sich gab: eine Babykatze. Ludwig hörte das Geräusch zuerst und war sehr fürsorglich, bis er merkte, dass auch wir uns für die Katze interessierten. Das lag allein schon daran, dass das Babykätzchen mit den Beinen in unseren Zaun gerutscht war und dort festsaß. Wir mussten sie befreien und gaben ihr im Anschluss auch etwas zu fressen und da fing das nächste Eifersuchtsdrama an: Ludwig fing an in schrillsten Tönen zu schreien - sprichwörtlich! - und versuchte über den Zaun zu kommen um uns von der Katze zu trennen. Er gab derartige Töne von sich, dass bereits mehrere Nachbarn die Köpfe aus den Fenstern streckten um zu schauen, was denn da bei uns bloß los war. Ich musste ihn ins Haus bringen und die Tür schließen, die er dann anfing mit den Krallen zu bearbeiten, sobald einer von uns draußen war um die Katze zu versorgen. Und den Teller mit Milch fing er an selbst zu leeren, auch wenn er davon Durchfall bekommt, nur damit bloß nichts für die Katze übrig blieb. Tino - von Gattino, Kätzchen - lebt seitdem in unserer Nähe. Mehrere Tage lang blieb er in einem Schuppen gegenüber und jeden Tag bin ich hingegangen mit Ludwig, um ihm zu zeigen, dass er sich mit mir zusammen um das Kätzchen kümmern kann. Das war dann auch okay für ihn, bis Tino gestern in unseren Garten kam und dann laut schmatzend aus Ludwigs Napf gefressen hat. Auf "Tiiiiino" folgen seitdem auch wieder schrille Schreie und ich musste all mein pädagogisches Wissen herauskramen um Ludwig klarzumachen, dass Tino keine Gefahr für seine eigene Stellung ist. Er war sogar soweit, dass er mit mir zusammen Essen aus dem Haus geholt hat und ich das Tino hinstellen konnte, der sich mehrere Stunden lang dann in einem unserer Schuppen versteckt hatte. Erst als dann meine bessere Hälfte von der Arbeit zurückkam, fing das Eifersuchtsdrama von vorne an. Seitdem ist Ludwig anhänglich wie noch nie zuvor. Er kam gestern sogar zum Kuscheln ins Bett, nur um sicherzustellen, dass er noch die Nummer 1 war. Heute Morgen suchte er erst einmal den ganzen Garten ab um das Revier zu kontrollieren, aber Tino ist noch nicht wieder aufgetaucht. Dafür aber das Rotkehlchen. Und wir sind uns sicher, dass der Zoo damit noch nicht komplett ist...beim Wildschwein ist aber spätestens das Maß voll...





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