Monday, March 7, 2016

Der Frühling, wenn er will...

Er weiß nicht so recht, ob er will, der Frühling. Kommt, geht, kommt, und vor allen Dingen geht er. Gefühlte drei Tonnen an schmutziger Wäsche haben sich angesammelt. Kaum ist die Sonne da, wäscht man den Berg in Ansätzen weg. Kaum hängt das Zeug dann draußen auf den Ständern, ziehen dunkle Wolken über den Hügel gegenüber und das Chaos bricht los. Stundenlang gießt es dann in Strömen, Sturm reißt alles nieder, was nicht niet- und nagelfest ist. Panisch zerrt man die immer noch nicht trockenen Wäscheständer wieder ins Haus und versucht sie möglichst trocken unterzubringen. Stellt dann meistens noch die Heizung an - selbst wenn es nicht kalt ist - oder wahlweise auch den Luftentfeuchter. Dann hofft man, dass das Zeug wenigstens so trocken wird, dass man es immerhin zusammenlegen und in die Schränke tun kann. Nach all dem Aufwand ist morgens aber alles wieder klamm - denn hier in Genua ist nun mal alles sehr schnell klamm durch die hohe Luftfeuchtigkeit. Also fürchtet man gleich wieder die Wäsche könnte anfangen zu müffeln. Nur gut, wenn das Wetter dann mal wieder auf Frühling eingestellt ist. Ich hatte neulich schon so viel Wäsche draußen, dass ich sogar Bügel mit Shirts und Pullovern in die Bäume gehängt hatte. Richtig in die Sonne. So musste es ja jetzt endlich trocknen! Die aktuelle Fuhre aus vier Waschladungen zieht nun seit geschlagenen fünf Tagen regelmäßig rein und raus. Ich bin kurz davor alles glatt ein weiteres Mal durch die Maschine zu jagen, während die tragbare Kleidung in den Schränken so derart dramatisch zurückgegangen ist, dass ich mich aus der Not heraus schon alles in die Reinigung bringen sah. Aktuell scheint die Sonne und ich hoffe inständig, dass uns der Frühling jetzt endlich erhalten bleibt.
Genug mit Sturm und Regen!
In den Tagen, in denen es flauschige 17 Grad und kräftigen Sonnenschein hatte, rief bereits der Garten nach viel Aufmerksamkeit. An allen Ecken und Enden kommen Triebe aus dem Boden. Sie stammen von alten Bäumen und Sträuchern, die die Vorbenutzer gnadenlos niedergemetzelt hatten, nachdem wir uns geweigert hatten, ihnen Geld für die Pflanzen zu zahlen, die sie unbefugt einfach aufs Gelände gesetzt hatten. Sie nahmen wohl an, dass sie damit jeglichen Wuchs zum Stillstand gebracht hätten. Aber die Natur lässt sich nun einmal nicht aufhalten. Neben gut zwanzig Weinreben kommt auch ein Olivenbaum, mehrere Sträucher und einige Obstbaumtriebe aus den Gras hervor. Um die Sammlung noch weiter zu bestücken, haben wir auch einige Walnüsse und Apfelgehäuse vergraben. Mal sehen, ob sich diese in kleine Pflänzchen verwandeln. Der Nachbar, der Architekt, der seit seiner Pensionierung nur noch im Garten (an)baut, hat mir schon verraten, wo man die besten Tomaten- und Bohnenpflanzen bekommt. Außerdem sollten wir uns an seinem üppigen Kumquatbaum frei bedienen, wie es uns passt, denn er wüsste sowieso nicht, was er mit all dem Obst anfangen sollte. Ludwig interessiert sich mehr für die freilaufenden Hühner auf der anderen Seite des Zauns, die endlich wieder in Sicherheit picken können, seitdem alle Zäune nach den Wildschweineinfällen verstärkt worden sind. Gleich dahinter schießen noch die Wassermassen den Bach am Hang hinunter, die uns bei Sonne immer daran erinnern, dass die Unwetter nur wenige Stunden erst vorbei sind. Denn so ist das mit dem Frühling. Er ist super, wenn er an Sommer erinnert und leider schrecklich, wenn er meint lieber noch Winter sein zu wollen...


1 comment:

  1. Oh je, das mit der Feuchtigkeit kann wirklich schlimm sein. Bei uns hat ein Wäschetrockner Wunder vollbracht und wir haben kaum noch Feuchtigkeit im Haus. Es war wirklich die beste Anschaffung seit Jahren! Früher als die Wäsche im Winter noch im Haus trocknete, tropfte es regelrecht von der Wand.
    Herzliche Grüsse Joevlin

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