Wednesday, December 9, 2015

L'anno fugge...

Kaum zu glauben, aber in drei Wochen ist das Jahr 2015 schon wieder vorbei! Und auch wenn man eh das Gefühl hat als würde die Zeit immer schneller vergehen, in diesen TAGEN kommt es mir so vor, als wäre noch mal ein Zahn zugelegt worden. Kaum hat ein Tag angefangen, ist er schon wieder vorbei. Eine Woche - vorbei. So wird auch der Monat im Nu vorbei sein.
Macht mich gerade richtig nervös, denn ich habe noch so viel auf der Liste, was ich dieses Jahr gerne erreicht hätte. Oder selbst an einem Tag wie gestern: ich hatte nur zwei Stunden Unterricht über den Tag verteilt, aber die musste ich vorbereiten und dann wollte ich noch bügeln, ehe die feuchte Wäsche anfängt zu stinken und in der Küche stapelte sich das schmutzige Geschirr. Und der Hund musste raus und die CD zu meinem Aussprache-Seminar wollte ich noch schnell zu Ende hören, denn es waren nur noch 20 Minuten, die mir fehlten. Und ich war noch nicht fertiggemacht. Und geriet beinahe in Panik, weil die Stunden bis zum ersten Unterricht verflogen als gäbe es kein Morgen. Am Ende des Tages hatte ich weder gespült, noch gebügelt, noch die CD gehört, ich hatte lediglich gekocht, den Hund rausgebracht, Unterricht vorbereitet und gehalten. Gruselig!
Heute habe ich mein Morgenseminar abgesagt. Es ging einfach nicht. Auf dem Schreibtisch stapeln sich noch die Aufgaben, noch immer steht das Geschirr in der Küche und die Bügelwäsche im Wohnzimmer, das Schlafzimmer sieht aus wie Sau und im Kühlschrank sind Unmengen an Gemüse, das langsam vor sich hingammelt. Der Hund muss geduscht werden und einige Wintermäntel in die Reinigung. Und dann werde ich eine größere Menge an Sauce Bolognese zubereiten. Und alle Rechnungen in den neuen Ordner sortieren. Und nicht zu vergessen das viele Kleinzeug, das sich so ansammelt.
Kein Wunder, dass ich meine Jahresliste bei weitem nicht abgearbeitet habe. Einerseits stimmt mich das traurig, aber ich gebe auch zu, meine Jahresliste war so umfangreich, dass es mehr als unrealistisch gewesen wäre, alles in diesen zwölf Monaten zu erreichen. Nee, nicht unrealistisch, einfach unmachbar. Das, worauf man den Fokus richtet, wird mehr, heißt es. Deswegen schaue ich auf das, was ich erreicht habe. Und das kann sich sehen lassen. In Zahlen ausgedrückt habe ich ca. 60% meiner Ziele erreicht. Darunter war unglaublich viel Fortbildung - Sprachen, Coaching, Spirituelles und viel Berufliches - neue Schüler, neue Projekte, neue Kooperationen. Darunter war viel Zwischenmenschliches - Reaktivierung alter Kontakte, Unmengen an neuen Kontakten, meine eigene Integration vor Ort - die Wiederaufnahme alter Interessen und Hobbys und nicht zu vergessen; die Schwiegereltern sind ausgezogen und ich habe unser Haus fast komplett renoviert und mit einer Vielzahl neuer Möbel bestückt. Ich habe dieses Jahr ungleich mehr verdient als letztes Jahr und konnte mir einigen Luxus erlauben, der letztes Jahr noch undenkbar gewesen wäre. In allen Bereichen bin ich vorangekommen, habe viele Fortschritte gemacht, die manchmal nicht mal beschrieben werden können, weil sie im Kleinen liegen oder auch nur ein Gefühl betreffen.
Was soll ich sagen, ich habe noch nie ein dermaßen erfolgreiches und glückliches Jahr erlebt wie dieses. Was interessiert es mich da, ob ich nur 60% der Ziele erreicht habe, die übrigen 40% kommen auf die Liste für 2016. Und jetzt muss ich schnell wieder an die Arbeit. Denn l'anno fugge...



10 comments:

  1. Schade ich hatte gehofft du würdest noch was im Detail schreiben zu dem was du das Jahr über gemacht hast. Ich verfolge deinen Blog jetzt schon einige Monate und das was du geschrieben hast hat mich immer motiviert und inspiriert.

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  2. Hast du das Kinderbuch noch geschrieben? :)

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  3. Mir gefällt die Einstellung, weiter so! =) Was hast du für 2016 vor?
    LG aus Ulm
    Petra

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  4. Die Schwiegereltern sind weg??? Ich krieg das erst jetzt mit! Hast dus gut!
    Viele Grüße einer Leidensgenossin aus Rothenburg
    Nina

    P.s. Ans auswandern hab ich auch schon gedacht

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  5. Ich wüschte ich hätt auch so viel Elan gehabt dieses Jahr. Vielleicht nächstes Jahr. Dein Blog bringt mich zum träumen. Danke!
    Uschi

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  6. Hallo, ich finde es toll daß du so viel erreicht hast. Ich bin neugierig, was hast du denn nicht umsetzen können? Mir kommt das vor als hättst so viel gemacht. Vielleicht bist ja nur zu streng mit dir.
    Liebe Grüße :-)

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  7. Ich habe auch eine Frage: du schreibst du hättest deine Integration vorangetrieben. Wie? Ich plane auch in den Süden auszuwandern, aber das mit der Integration bereitet mir Sorgen. Wie stelle ich das an?
    VG Ruth

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  8. Wie kommst du denn bloß auf deine Zahlen? Also warum 60% und nicht 50 oder 80? Wonach gehst du da?
    Gruß aus Worms

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  9. Die Frage ist warum nimmt man sich zu viel vor wenn man schon vorher weiß das man es nicht erreichen kann?
    Das ist doch sicherer Frust.
    Freundliche Grüße
    D. Mann

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  10. Ich glaube du kannst ganz schön stolz auf das sein, was du erreicht hast. Die wenigsten starten ein neues Jahr mit Vorsätzen und noch weniger davon setzen irgendwas davon um. Wenn du 60% deiner Vorsätze umgesetzt hast, dann bist du schon ein mal eine Ausnahme. Und 60% oder 100%, das Ziel definierst du und kein Taschenrechner.
    Ich habe auch Vorsätze gehabt und einige umgesetzt, andere nicht. Ich bin zufrieden mit dem Resultat. 2016 will ich mich noch mehr anstrengen, aber man darf auch nicht zu hart mit sich ins Gericht gehen. Wir sind alle menschlich und haben auch nicht unlimitierte Kraft zur Verfügung. Wenn du ein Haus renoviert hast genügt das in meinen Augen schon als Jahreserfolg. Und dann hast du noch so viel Fortbildung gemacht? Hut ab! Und dann hast du ja auch immer wieder von neuen Schülern und Seminaren oder Kursen gesprochen. Ich finde das hört sich rundum erfolgreich an! Mach dich nicht selber schlecht =)
    LG Carolin

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