Tuesday, November 24, 2015

Jetzt hat er uns erwischt!

Ja, es ist passiert - der Winter ist da! Am Wochenende hat er sich mit Ankündigung angeschlichen und die schönen, netten, milden 18 Grad abgelöst, die wir noch bis einschließlich 21. November unsere Tagestemperatur hatten nennen können. Draußen lief man noch im Pullover, die Fenster konnte man der Feuchtigkeit wegen den ganzen Tag noch offen stehen lassen und Heizen war noch lange nicht nötig.
Aber jetzt ist es wieder soweit. Aus 18 Grad sind 7 Grad geworden, nachts 5. An den Fensterrahmen hat sich morgens Kondenswasser gebildet, also ist die erste Maßnahme gleich nach dem Aufstehen: alle Fensterrahmen putzen, alle Fenster - trotz der eisigen Temperaturen - öffnen, sobald es zu kalt ist wieder schließen und Entfeuchter anstellen. Später dann die Heizung. Jedes Mal ein ziemlicher Aufwand, aber das war schon der Winter letztes Jahr gewesen. Genua ist einfach klamm, Genua ist feucht und Genua schimmelt! Bislang hält sich das Problem noch in Grenzen, natürlich habe ich täglich ein Auge auf die anfälligen Stellen an den Wänden und besonders gefährdet sind die Außenwände und Wände hinter Regalen und Schränken. Es ist halt so. Yep! Alle nehmen das hin. Wirklich alle. Nachdem mir letztes Jahr zu Weihnachten Zucchero-Tochter Irene einen Bettwärmer geschenkt hatte und sagte, das hätte überhaupt erst einen Unterschied gemacht bei den klammen Bettdecken und jedes Jahr würde ihr grundsätzlich alles Leder in den Schränken verschimmeln, aber zumindest nicht mehr die Matratze, da hatte ich schon verstanden, dass das Problem auch mit viel Geld nicht wirklich zu lösen war. Auch die Experten - ich schrieb hier mal von einem Mitarbeiter im örtlichen Baumarkt, bei dem wir Anti-Schimmel-Wandfarbe kaufen wollten und der uns gleich fragte, wie genau der Schimmel denn aussähe und ja, genauso sähe der bei ihm im Haus auch aus - ja schön, das freute uns dann, denn wenn nicht mal der Baumarktmitarbeiter, dem alles erdenkliche Material und alle handwerklichen Kenntnisse zur Verfügung stehen, nicht mal den Schimmel wirksam zu bekämpfen weiß, dann helfen wohl weder Geld noch handwerkliches Know-How. Und das ging dann so weiter. Neulich sprach ich mit einem Bekannten, der mit Vorliebe teure Gitarren sammelt und Immobilien in allen möglichen und unmöglichen Teilen der Welt hat und schon seit Jahren nicht mehr arbeitet - kurzum der Mann erstickt im Geld - und als ich "muffa" nur am Rande erwähnte, meinte er völlig emotionslos "Ja, ja, das hab ich in meinem Haus in Genau auch jeden Winter". Ja. Schön. Inzwischen gehe ich archaisch vor. Ich stelle Kerzen vor die Fenster. Ja, und das hilft sogar. Die Rahmen bleiben trocken und am nächsten Morgen ist viel weniger abzuputzen.
Es ist dennoch aufwändig. Aktuell habe ich 4 Ladungen an Wäsche auf Ständern hängen, die schon seit Tagen nicht komplett trocknen. Ich muss jedes einzelne Teil davon bügeln, einfach um die letzte Feuchtigkeit aus dem Gewebe zu bekommen. Und dazu fehlt mir gerade die Zeit. Aber wenn ich es nicht tue, kann ich das bis dahin müffelnde Zeug gerade wieder in die Waschmaschine stecken. Also heißt es jetzt eine halbe Stunde früher aufstehen und bügeln, bügeln, bügeln.
Und ich hab schon jetzt keine Lust mehr, dabei hat der Winter gerade erst angefangen! Aber genug der Klage. Im Haus ist es dafür richtig gemütlich geworden. Dies ist der zweite Winter in Genua, aber der erste mit unseren eigenen Möbeln und unserem eigenen Haushalt. Und das ist kein Vergleich zu letztem Jahr. Alles ist frisch renoviert und nicht mehr zugestellt und vollgestopft, wie es noch mit den Schwiegereltern gewesen war. Und ich sitze jetzt in meinem eigenen Arbeitszimmer und nicht mehr im Haushaltsraum, in dem sogar das W-Lan zu schwach gewesen war um dort wirklich arbeiten zu können. Und jedes Teil hat jetzt einen festen und sinnvollen Platz und kann verwendet werden, ohne dass man erst das halbe Haus umgraben muss, um etwas zu finden und dann keinen Platz zu haben um damit zu hantieren.
Aber genug der Erklärungen, ich muss wieder ran. Die Fensterrahmen sind getrocknet, gelüftet ist nun ausreichend, jetzt wird der Entfeuchter angestellt und dann endlich aus die Heizung. Gut, dass ich meinen ersten Unterricht heute erst um 3 habe...




2 comments:

  1. Hallo Catherine! Bin gerade auf Deinen Blog gestossen und habe Deine Schimmelausführungen gelesen! Hach, endlich jemand der mich versteht! Unser Steinhaus steht an einem Bach(!), die Mauern sind 600 Jahre alt und wir haben insubrisches Klima - heftige Regenfälle in den Übergangsjahreszeiten. Ja der Schimmel, ich habe 6 dieser Salz-wassersammler in meiner Kommode, die an der Außenwand steht. Naja, ich will Dich nicht langweilen. Ich schaue mal wieder hier bei DIr vorbei. Jetzt arbeite ich weiter ;) Grüße aus Verbania, Stefanie

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    1. Aber hallo, ich freu mich immer direkt, wenn noch andere das Problem nachvollziehen können. Salzbehälter sind auf jeden Fall günstiger als den Entfeuchter den ganzen Tag laufen zu lassen. Ich experimentiere jetzt mit Kerzen an den Fenstern, Salz in Schalen und das Außenzimmer, das immer komplett verschimmelt war, hab ich im Sommer komplett lackiert und bislang - toi toi toi - zeigt sich nur Schimmel in den Eckchen, an denen ich nicht jeden Millimeter erreicht habe mit dem Lack. :D

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