Wednesday, October 28, 2015

Endlich wieder Kastanien...

Hurra! Die Kastanienzeit hat wieder begonnen! Und hurra! Das bedeutet Familienfahrten in die Wälder der Toskana! Und hurra! Zum ersten Mal seit Jahren ist die Ernte wieder üppig! Die letzte üppige Ernte hatten wir 2009 erlebt, als ich zum ersten Mal überhaupt zum Kastaniensammeln gegangen war und zum ersten Mal überhaupt Kastanien in all ihren Zubereitungsformen kennengelernt habe. Seitdem bin ich ein großer Fan gewesen. Und just dann begann eine bestimmte Sorte Käfer - wohl aus Asien eingeschleppt - die Kastanienbäume und damit auch gleichzeitig deren Ernte nachhaltig zu zerstören. Man fand kaum noch etwas und schließlich waren wir darauf angewiesen gewesen unsere herbstlichen Vorräte zu Wucherpreisen im Supermarkt zu erwerben. Importierte Kastanien, das stelle man sich mal vor. Es heißt immer die Bevölkerung von Massa-Carrara hätte beide Weltkriege nur überstanden, weil die ganzen Hügel voller Kastanienbäume standen, aus denen man alles mögliche hatte zaubern können. Und nun gab es zum ersten Mal keine Kastanien mehr. Was für eine gravierende Veränderung.
Deswegen hätte ich niemals damit gerechnet, dass dieses Jahr endlich wieder alles anders sein würde! Als sich die ersten Freunde zum Kastaniensammeln sammelten, hab ich noch abgewinkt. Nee, nee, das war so aussichtsreich wie eine Goldsuche. Aber siehe da; sie kamen mit Taschen voller Kastanien zurück. Ob sich die Bäume regeneriert haben? Ich habe keine Ahnung. Aber die Meldung machte so schnell die Runde, dass an den Wochenenden inzwischen ein Hauen und Stechen zwischen den Hunderten von Menschen stattfindet, die hoffnungsvoll in die Wälder fahren um die kostenlosen Kilos nach Hause zu tragen. Und das ist so ein Andrang, dass man Mühe hat am Wegesrand einen Platz für das Auto zu finden. Gleich unten am Beginn des Waldes da suchen die Rentner; denn die sind immer die Ersten vor Ort und grasen alles ab um den Anschein zu erwecken es sei nichts zu finden. Dann kommen die Familien mit Kinderwagen, die suchen sich die bequemsten Parkplätze und fallen optisch am meisten auf. Wenn man es nicht anderweitig geschafft hat und zur Prime Time hinzustößt, dann muss man sich ganz durch den Wald schlagen, bis oben in die höheren Ebenen, wo es viel kälter ist und auch unwegsamer zu laufen. Ludwig spielt dann mit Vorliebe Gämse und jagt begeistert an den steilsten Ecken entlang, dass ich nicht weiß, ob ich mir mehr Gedanken über Wildschweine, ein Zusammentreffen mit anderen Hunden der die steilen Hänge machen soll. Aber da ihn Kastanien nur im gekochten Zustand interessieren, kommt er zumindest auch bei der Sammlung voll auf seine Kosten. Der Andrang im Wald hat aber noch einen anderen Nachteil - Gegenverkehr zu passieren ist keine Leichtigkeit auf engen, rutschigen Waldwegen am Hang, bei denen Erdrutsche keine Seltenheit sind. So schön das ganze Erlebnis als solches auch ist - mit Hund und anderen Herausforderungen bin ich oft erst wirklich erleichtert, wenn wir heil und mit vollen Taschen wieder unten im Ort angekommen sind. Und dann heißt es endlich "Heim an den Herd und Kastanien in den Kochtopf!" Yummy, yummy, yummyyyyy!



No comments:

Post a Comment