Friday, August 7, 2015

Es ist ja schon August...

...wer hätte das gedacht! Und schon wieder hat ein neues Kapitel angefangen, irgendwie. Mitte Juli hatten die Schwiegereltern mit einem Pickup und ein paar Helfern vor der Tür gestanden und ihre letzten Möbel abgeholt. Natürlich nicht ungeplant. Zuvor war bereits meine Schwiegermutter hergekommen und hatte geschaut was zu packen war und noch einmal die letzten Winkel durchforstet auf der Suche nach Vergessenem. Mit Aah- und Ooh-Rufen war sie hier aufgekreuzt und immerhin mal völlig baff über die Veränderungen gewesen, die sie gleich voll des Lobes angesprochen hat. "Neeein, wie schön das geworden ist!" und "Meine Güte, was sich hier verändert hat!" Zum ersten Mal seit Monaten verbrachte ich eine angenehme Zeit mit ihr in unseren eigenen vier Wänden und Erleichterung machte sich breit, als wir wussten, dass nun endlich Platz geschaffen würde für neue Möbel. Ludwig war etwas entsetzt als tags darauf am sehr frühen Morgen ein Möbel nach dem anderen aus dem Haus getragen wurde: ein schweres Eisenbett, eine deckenhohe Vitrine, ein unförmiger TV-Tisch, ein Sideboard, eine kaputte Kommode, ein Couchtisch, drei Spiegel, vier Stühle, ein Bügelbrett, eine Mikrowelle und mehrere alte Kochtöpfe. Das Wohnzimmer machte die größte Veränderung durch: außer unserem Esstisch mit den Stühlen und dem Sofa blieb nichts stehen. Wo die große Vitrine und das Sideboard gestanden hatten, fanden sich 5 schmutzige Quietschebälle und ein ganzer Haufen an Mäuseknüddeln auf dem Boden; die Reste des dunklen Kapitels. Als geputzt war, blieb nur noch die Leere und Leere hat natürlich viel Befreiendes, aber es kann auch bedrohlich wirken. Wir brauchten jetzt neue Möbel - viele neue Möbel! Wir trugen den zweiten Couchtisch vom Studio ins Wohnzimmer, auch den alten Schreibtisch und einen krumpeligen Holztisch, der im Garten gestanden hatte. Fürs Erste mussten die Stücke nun herhalten um das Nichts etwas zu überspielen. An Gemütlichkeit war jedoch nicht zu denken.
Es dauerte ganze drei Wochen, ehe wir eine passende Bücherwand gefunden hatten, die unserem Wohnzimmer nun einen ganz anderen Look verpassen würde. Aufgeregt holten wir sie ab und verbrachten beinahe drei Stunden damit, das gute Stück zusammenzusetzen. Es ging nicht ohne Streit und Tränen, aber es lohnte sich. Fassungslos starrten wir am Ende glücklich auf das neue Möbel, in das kurz darauf Unmengen an Geschirr, Gläsern und Büchern gestellt waren. Was das ausmachte! Da hatten wir jahrelang in dunklen, alten Möbeln von fremden Menschen gelebt und nun besaßen wir eine neue, weiße Bücherwand! Das Wohnzimmer konnte jetzt endlich schön werden! Wir besorgten uns auch einen weißen Küchentisch, der endlich ausreichend Arbeits- und Abstellfläche bot. Unsere neueste Errungenschaft ist ein ebenfalls weißer und sehr hoher Schuhschrank, der bestellt ist und Anfang nächster Woche abgeholt werden kann. Wie im Rausch könnten wir grad dranbleiben: Kommoden, einen grauen Teppich, eine Ausziehcouch und ein Schreibtisch, je eine neue Bad- und Küchenlampe, noch mehr Regale, es ist der reinste Wahnsinn!
Passend dazu habe ich auch die Renovierungsarbeiten vorangetrieben und im Rahmen dessen zum Beispiel das ehemalige Studio - inklusive Decke - komplett weiß lackiert. Ich hoffe, dass der Raum so der Feuchtigkeit des Winters standhalten kann. Und alle Sockel des Hauses werden von schwarz auf grau umlackiert - eine Arbeit, die ich vom Aufwand und Anspruch her vollkommen unterschätzt habe.
Wichtig ist mir inzwischen auch, dass alles einfach zu putzen ist. Je mehr herumsteht und je mehr Winkel und Kanten ein Möbel hat, umso mehr Dreck sammelt sich an und umso mehr Staub setzt sich fest. Wann der ganze Prozess nun abgeschlossen sein wird, lässt sich schlecht vorhersagen, aber die Begeisterung steigt noch immer mit jeder Arbeit, die beendet und jedem neuen Teil, das angeschafft ist. Und piano piano lässt sich endlich ein Schlussstrich unter das alte Kapitel ziehen...



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