Thursday, August 20, 2015

Allein...

Tja, da treibt sich meine bessere Hälfte in Mexiko herum und genießt sein Musikerdasein und ich bin mutterseelenallein zu Hause gelassen worden. Okay, das ist nur die halbe Wahrheit. Sicher beneide ich ihn um den x-ten Trip, den er mal wieder im Rahmen der Musik unternimmt, aber das letzte Mal über längeren Zeitraum allein war ich 2013 gewesen, also immerhin vor zwei Jahren. Und da hatte mich ein fieser Magen-Darm-Virus noch am ersten Tag flachgelegt und von den zwei Wochen, in denen meine bessere Hälfte durch Südamerika tourte, lag ich eine davon krank im Bett bei den Schwiegereltern und musste meinen Hund ins Haus machen lassen.
Diese Erfahrung möchte ich dieses Mal natürlich nicht wiederholen und ich gebe auch zu, mir macht das Alleinsein nicht wirklich viel aus, schon gar nicht, wenn ich so viel zu tun habe wie dieses Mal. Zudem hat sich auch gleich Besuch aufgedrängt, okay, das ist etwas harsh, sagen wir "selbst eingeladen". Und das aus Langeweile, ein Begriff, der mir ein absolutes Fremdwort ist. Kenn ich nicht, hab ich nicht. Ich verliere also einige Stunden durch soziale Kontakte und muss mein Einsiedlerdasein damit mehrfach unterbrechen. Deswegen habe ich heute schon mal ganz deutsch vorgekocht: Couscous mit Gemüse, eine würzige Bolognese-Sauce und Peperonata, ein Gemüsegericht in Tomatensauce. Eine Kichererbsentarte mache ich dann morgen noch frisch und dann muss ich mich für den Rest der Zeit nicht mehr groß um die Zubereitung von Mahlzeiten kümmern. Dann muss das Haus geputzt werden (Besuch!) und der Hund unter die Dusche (Besuch!) und eigentlich müsste ich auch mit dem Auto in die Waschanlage (Besuch!). Jetzt verständlich, wieso mich der Besuch um viele Stunden zurückwirft?
Okay, okay, ganz so der Eigenbrötler bin ich dann auch wieder nicht, aber ich habe wirklich viel zu erledigen. Morgen habe ich einen Termin mit einem Coach aus Hollywood, dann bekomme ich nächste Woche einen neuen Schüler und muss Anfang September gleich eine ganze Stange noch völlig neuer Seminare präsentieren, die bislang nur in meinem Kopf existieren.  Wer sowas in nur einer Stunde hinrotzen kann - Hut ab - aber ich bin da recht langsam, aber gründlich.
Bleibt mir also nichts weiter übrig als jetzt einen Zahl zuzulegen, das schöne Wetter schönes Wetter sein lassen und mich mit einem Glas Rotwein wieder an den Schreibtisch zu setzen - oder besser gesagt an die Kommode. In Ermangelung eines echten Schreibtisches steht mein Laptop derzeit auf einer Kommode im Arbeitszimmer, mit dem externen Keyboard in der geöffneten obersten Schublade (ein Hoch auf provisorische Zustände!). Also dann...



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