Wednesday, July 8, 2015

90% Luftfeuchtigkeit..

Ja, das wurde für heute angekündigt und ich weiß jetzt auch, was sie damit meinen. Puuh, was für ein Wetter! In Ordnung, wir haben gut zwei Wochen lang unter der klassischen Sommersonne geschwitzt, den Schatten gesucht und gefunden und jede Mahlzeit draußen unter dem Sonnenschirm eingenommen. Meine Eltern waren zu Besuch und die Stadt zeigte sich von ihrer schönsten Seite, so angestrahlt und hell mit intensivsten Farben. Das Haus war immer noch halbwegs kühl, zumindest hatte man so den Eindruck, wenn man von draußen rein kam. Und während es in Deutschland über die 40-Grad-Grenze ging, schwitzten wir hier in Genua bei rund fünf Grad weniger.
Aber nicht das Thermometer ist unser Problem, sondern die absonderlich hohe Luftfeuchtigkeit. Heute Morgen starke Bewölkung, fast sah es sogar nach Regen aus, keine Sonne in Sicht und hin und wieder wehte ein angenehm kühles Lüftchen. Ich hab den Unterschied gleich gemerkt, als ich mit Ludwig meine erste Runde drehte und nicht mehr von Schatten zu Schatten huschte und mittendrin verbrannte, sondern es überall gleichermaßen angenehm zu laufen war.
Dann aber holte ich einen Küchentisch mit dem Auto ab und half noch dabei ein paar andere Kleinmöbel in ein Auto zu packen und obwohl das alles keine großen körperlichen Herausforderungen waren, wäre ich beinahe zerflossen. Und je weiter der Tag fort schritt, umso schlimmer wurde es. Kein Laut war draußen zu hören, als ich eben kurz vor 18 Uhr meine nunmehr dritte Hundetour machte und irrigerweise annahm, dass es nun auch für Ludwig nicht mehr sonderlich anstrengend zu laufen sein müsste. Das Gegenteil war der Fall. Man hatte den Eindruck kaum atmen zu können und wen ich draußen antraf, der stand oder saß und es gab nicht einen, der nicht irgendwie welk aussah. Nicht mal der Kerl von gegenüber, der jede freie Minute in seinem Gemüsegarten verbringt, war draußen! Als wir mit Mühe und Not unser Terreno hochgestapft waren, rollte sich Ludwig einmal über das trockene Gras, dann war er zu erschöpft und blieb einfach liegen. Ich sah einige reife Feigen im Baum und machte Anstalten sie zu pflücken, aber das war alles viel zu anstregend. Mit viel Überwindung machten wir unsere Runde von gut fünfzehn Minuten zu Ende, dann schleppten wir uns nur nach Hause. Dankbar warf ich mich wieder an den Schreibtisch um endlich die immer mehr werdende Arbeit anzupacken, aber mit der Konzentration ist es auch nicht weit her. Die Kleidung klebt einem am Körper und weil ich heute beruflich unterwegs war, trage ich sogar lange Hosen und Socken in Stiefeletten! "Bist du wahnsinnig?" fragte mich heute Morgen eine Freundin im Sommerkleid, die mein Outfit voller Entsetzen bestaunte. "Glaub mir, man gewöhnt sich dran!" antwortete ich ihr. Und darüber hinaus sind inzwischen zu viele heiße Stunden vergangen, als dass ich die Klamotten jetzt noch runter bekäme. Dazu muss ich warten, bis es endlich frischer wird. 90% Luftfeuchtigkeit ist wirklich etwas, was ich auch noch nicht so erlebt habe. Die brennende Sonne ist mir lieber. Da merkt man zumindest, dass Sommer ist...
Und jetzt wieder an die Arbeit, du lethargisches Stück...und dazu einen Kaffee, der die Lebensgeister weckt...oder vielleicht doch besser einen eiskalten, selbst gemachten Bananenmilchshake? Oder ebenso eiskalte Wassermelone...? Waaah, wenn einen diese Schwüle nur nicht so lähmen würde...ach komm, jetzt ist es auch schon egal...ich trink einen Amaretto! Auf Eis! Salute!



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