Friday, June 12, 2015

Die spinnen!

Da wollte ich heute mal IN RUHE meinen Großeinkauf im Supermarkt erledigen und fahre pünktlich drei Minuten nach Ladenöffnung auf den Parkplatz und was ist? Er ist voll! Ja, VOLL! Die Leute sind alle schon drin! Gibt es so etwas Verrücktes? Ich war einmal knapp nach Ladenöffnung da gewesen und gerade mal drei Autos hatten den Parkplatz geschmückt. Das hatte ich so im Hinterkopf als ich eben in Windeseile los bin um unter den Ersten zu sein. Ja, Pustekuchen! Sogar der Schwarze, der um Trinkgeld bettelt, war schon da. Alle waren sie da und alle vor mir. Ich war so wütend, dass ich unverrichteter Dinge wieder nach Hause gefahren bin. Wenn es so voll schon war, dann konnte ich auch später zur Mittagszeit einkaufen gehen, dann wenn eigentlich alle schön zu Hause am Mittagstisch sitzen sollten. Außer an einem Freitag womöglich. Irgendwie scheinen freitags und samstags die Leute magisch angezogen zu werden von diesen Shoppingparadiesen, was ich einfach nicht verstehen kann. Wer eh daheim ist, der kann auch an jedem anderen Tag einkaufen gehen. Und wer eh arbeiten muss, der muss auch an einem Freitag arbeiten, also wo liegt da der Sinn?! Ich werde zumindest ab jetzt einen großen Bogen um den Supermarkt machen, sobald das Wochenende in Sicht kommt. Hätte ich doch bloß gestern eingekauft!
Aber ich habe gestern noch mit vollem Einsatz am Haus gearbeitet und den Renovierungsstand wieder ein bisschen weiter getrieben. Mit Minischrittchen nähert man sich dem Wunschzustand, was bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit nicht wirklich leicht von der Hand geht. In regelmäßigen Abständen geht wieder etwas schief, erst finde ich Lebensmittelmotten im Mehl, dann zwingt mich eine Motte im Schrank dazu alle Klamotten herauszunehmen, den Schrank komplett auszuwischen und alles in die Waschmaschine zu stopfen. Dann fällt mir eine große und sehr schwere Marmorplatte auf der Treppe herunter und zerbricht in Tausend Stücke - immerhin die Treppe, die ebenfalls aus Marmor ist, blieb unbeschadet! Und dann bleiben wir mit einem Sessel im engen Treppenhaus nach oben klemmen und müssen ihn mit roher Gewalt heraustreten, was schöne, große Macken in den Türrahmen und auf der Wand hinterlassen hat. Ach ja...aber davon mal abgesehen kann ich noch gar nicht glauben, wie sich das Haus in den nunmehr fast sechs schwiegerelternfreien Wochen verwandelt hat. Allein die Tatsache, dass man barfuß überall herumlaufen kann ohne in Krümel, Staub, Haare oder Pfützen zu treten. Ja, wie schlimm es gewesen ist, sieht man daran worüber man sich heute freuen kann: sauberer Boden, frische Luft in den Zimmern, schimmelfreie Wände, eine funktionale Küche, ein ordentlicher Vorratsraum mit vielen sinnvollen und gut verpackten Vorräten, saubere Hundenäpfe, gut gespültes Geschirr, freie Verwendung des Telefons, keine Wäschestapel überall...ach ja...
Als ich am Samstag den ganzen Tag auf einer interkulturellen Ausstellung mein Land mit einem Stand vertreten habe, erzählte ich auch jedem, der es hören oder nicht hören wollte, dass ich das Haus über viele Monate hinweg mit den Schwiegereltern geteilt hatte. Die Gesichtsausdrücke, die spontan beim jeweiligen Gegenüber erschienen, sprachen Bände und von "Um Himmelswillen" bis hin zu "Wieso???" waren alle Reaktionen vertreten. Gut, dass der Spuk endlich vorbei ist. Oder sagen wir FAST vorbei...immer mal wieder kommen jetzt Rechnungen ins Haus, die Schwiegermamma zu verantworten hat und die WIR aber zahlen...exzessive Nebenkosten, die Reparatur der zerstörten Backofentür, zusätzliche Telefonrechnungen für das Anrufen von diversen kostenpflichtigen Servicehotlines...ja, gut dass man immer noch mal wieder daran erinnert wird, weshalb wir so froh sein können sie endlich losgeworden zu sein...



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