Monday, April 20, 2015

Auf nach Portofino!

Schickes, neues Motorrad plus tolles Wetter plus Meer in der Nähe und das Ergebnis ist? Natürlich - ein Ausflug! Nach Wochen des Arbeitens und der Disziplin konnte ich es selbst kaum glauben, wie viele Unternehmungen wir in die Wochenenden der letzten Zeit gepackt haben. Konzerte, Grillfeiern, Lagerfeuer im Gebirge und jetzt wollten wir mit dem Motorrad ausreiten. Wir hatten Cinque Terre ins Auge gefasst, den berühmten Küstenabschnitt am nördlichsten Ende der Toskana. Doch während wir so fuhren, entschieden wir uns spontan dazu einen Abstecher nach Portofino zu machen. Ich kannte die Stadt nur vom Hörensagen und von den Zugfahrten, bei denen man im Bahnhof von Santa Margherita Ligure in Klammern immer Portofino ergänzt sieht.
Wir verließen die Autobahn in Rapallo und hatten bereits bei der Abfahrt den Eindruck von Urlaub. Alle Bäume standen in voller Blüte, die Sonne schien am wolkenlosen Himmel und das Meer war tiefblau, kaum dass wir es erreicht hatten. Es folgte eine erstaunlich lange Fahrt die Küste entlang. Portofino liegt am Zipfel einer fast unnatürlich quadratischen Ausbuchtung in Form einer Halbinsel und ist - wie ich dann hörte - ein Hotspot für VIPs. Wir durchquerten Rapallo, Santa Margherita Ligure und fast unscheinbar erschien irgendwann ein Ortseingangsschild "Portofino". Obwohl wir nur wenige Kilometer von Genua entfernt waren, kam es mir vor als seien wir ganz ganz weit gereist. Die Natur war wunderbar hier: steile Felsen, Palmen, Pinien, Sandstrand und Buchten. Das Zentrum selbst ist nur zu Fuß zugänglich, also beschränkten wir uns darauf die Küstenstraße entlang zu fahren und die Fahrt schon als solche zu genießen. Laut Wikipedia hat Portofino nicht einmal 500 Anwohner, dafür aber jede Menge luxuriöser Hotels, deren Namen schon nicht gerade bescheiden klingen. Der Name der Gemeinde selbst kommt von Lateinisch Portus Delphini, Delfinhafen, und wird bereits 986 als Fischerdorf in einer Urkunde erwähnt. 
Als wir uns dann wieder auf den Rückweg machten, mussten wir uns entscheiden, ob wir uns jetzt noch nach Cinque Terre durchschlagen wollten oder ob wir uns lieber auf die Suche nach der Passstraße Passo del Bracco machen wollten. Die Wahl fiel auf Letzteres; für Cinque Terre nahmen wir uns lieber einen kompletten Tag zu einem anderen Zeitpunkt. Eine ganze Weile kurven wir orientierungslos herum, uneins darüber, wo wir die Hinweisschilder zur Passstraße gesehen hatten, aber schließlich stimmte meine Erinnerung und ein Stück Autobahn bis nach Deiva Marina war zu nehmen. Passo del Bracco ist ein Teilabschnitt der SS1 Via Aurelia, die ich immer schon mal von Pisa bis nach St. Tropez fahren wollte. Weit hinauf in die Berge ging es in diesem Abschnitt, ganz allein fuhren wir durch die Kurven, kein Verkehr, keine Personen, keine Ampeln, nur die Straße, die Berge und wir. Die Aussicht war toll, wenn auch ein klein wenig diesig. Als wir oben angekommen waren, tat sich plötzlich eine rustikale Osteria auf. Einzelne Motorräder parkten etwas verstreut und ihre Fahrer saßen in der Sonne an den Tischen bei einem Snack. Kaum ein Laut war zu hören. Hier hätten wir noch stundenlang bleiben können, hätte nicht die Arbeit daheim gewartet. Und so machten wir uns schließlich etwas schweren Herzens wieder auf den Rückweg...

(Ihr findet noch viel mehr Fotos zum Trip nach Portofino in der Bilderleiste)



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