Thursday, March 12, 2015

Der Frühling kommt und das Tempo steigt...

So viele Dinge, über die ich gerne geschrieben hätte, aber ich kam nicht dazu. Ich hatte noch eine ganze Stange Fragen vom Februar offen, einige davon bezogen sich auf die aktuelle politische Lage in Italien. Ich sage mal, die Lage widert einen an und ich finde es fast schon egal, was die Nachrichten sagen, denn Nachrichten sind eines und die Realität bzw die Konsequenzen eine ganz andere. Der neue Präsident? Es wird sich nichts zum Besseren wenden. Jeden Tag gibt es neuen Bockmist, neue Gesetze, die noch unfairer sind, das aktuelle Gezerre um Berlusconi sagt ja schon genug aus. Ich versuche mich so wenig wie möglich damit zu beschäftigen, denn es frustriert und demotiviert und am Ende des Tages kann ich eh nichts dran drehen, also warum seine Energie auf das Thema verschwenden? Ich gebe dennoch die Hoffnung nicht auf, dass sich Italien noch ändern kann, aber Europa und die Welt haben gerade so viele Variablen im Spiel, wer weiß, was morgen wird. Also kehre ich ausschließlich vor meiner eigenen Tür, denn nur dort kann ich etwas bewirken.
Es ist Frühling, die Sonne, wenn sie da ist, ist sehr warm, der Wind im Schatten allerdings genau das Gegenteil! Es ist demnach gar nicht so einfach geeignete Kleidung zu finden. Neuigkeiten der höchsten Priorität: die Schwiegereltern ziehen aus!!! Yessssss! Jaaaaa! Endlich! Und zwar in wenigen Wochen, kaum, dass der April Einzug gehalten haben wird. Sie haben in der Heimat in der Toskana ein Angebot bekommen, das sowas von ungeeignet ist für sie, aber dennoch haben sie gleich ohne nachzudenken zugesagt und einen Vertrag unterschrieben! Warum es ungeeignet ist für sie? Nun, es liegt etwas außerhalb und sie werden große Probleme haben ihre Einkäufe zu erledigen, denn sie haben kein Auto und sind beide durch große körperliche Einschränkungen im Alltag sehr behindert. Und das Allerbeste: die neue Behausung ist bereits möbliert! Nun, was bedeutet das? Sie werden alle ihre eigenen Möbel verlieren, das Letzte, was ihnen praktisch an Persönlichem geblieben ist, sie leben in den Möbeln von anderen, können also auch nichts entsorgen oder groß umstellen. Sie müssen sogar das Schlafzimmer übernehmen, und das, obwohl sie für ihre ganzen körperlichen Probleme ein sehr teures, sehr spezielles Bett angeschafft hatten, mit besonderen Matratzen und elektrisch veränderbaren Rahmen und außergewöhnlicher Höhe. Schon MIT dem Bett geht es ihnen gesundheitlich schlecht, wie wird das dann bei einem Standardbett sein? Ich frage mich einfach nur die ganz simple Frage: "Wieso??!!" Warum um alles in der Welt haben sie nicht einmal nachgedacht, ob das Angebot auch wirklich Sinn macht und ob sie nicht vielleicht gut beraten gewesen wären abzuwarten, dass sich etwas anderes ergibt, etwas, das auch wirklich geeignet gewesen wäre! Die nächste Katastrophe kündigt sich also an und natürlich sind sie auch noch völlig beratungsresistent.
Dafür hat das Packen bereits begonnen und auch hier wird das Pferd von hinten aufgezäumt. Anstatt dort zu packen, wo man typischerweise anfängt - nämlich bei den nebensächlichen Dingen - fing Schwiegermamma mit viel Pathos in der Küche an. Ja, Küchenutensilien, von denen die Hälfte noch tagtäglich gebraucht werden. Und damit nicht genug - auch diverse Teile, die MIR gehören, waren bereits verpackt worden. Dementsprechend ist die Stimmung im Haus ein einziger Giftkessel. Und damit hält sich auch meine Bereitschaft - sagen wir mal - hilfreich zur Seite zu stehen, mehr als in Grenzen. Ich KÖNNTE ja darauf hinweisen, dass die neue Behausung nicht geeignet ist, ich KÖNNTE auch anmerken, dass die Hälfte der gepackten Sachen mir gehört, oder ich KÖNNTE auch raten, dass man vielleicht etwas systemischer packen sollte, aber nach geschlagenen zehn Monaten unter einem Dach mit meinen Schwiegereltern hat sich das Thema auch erledigt. Das Zusammenleben hat wie zu erwarten war das Verhältnis völlig zerstört und die meisten haben es auch vorher gewusst. Ich denke, dass sowas klappen kann, wenn die Menschen sich ähnlich sind. Aber in unserem Fall war Hopfen und Malz verloren. Ich kann mit so einem Chaos nicht leben, und auch nicht mit Menschen, die Chaos kreieren und chaotisch argumentieren und rein willkürlich handeln.
Sobald wir hier endlich alleine sind, wird hoffentlich Ruhe einkehren. Wir werden das Haus renovieren und alle Schäden beseitigen, so gut es geht. Und dann ein System aufbauen, das uns Nerven und Geld sparen lässt und das heißt dann Schluss mit willkürlichen Launen und Kapriolen, Schluss mit Verschwendung und Egoismus und Schluss mit Krieg und Chaos.
Ansonsten steigt das Tempo, ich habe ordentlich zu tun und kann mich über Langeweile wirklich nicht beklagen. Neben meinem aktuellen Buchprojekt bin ich jetzt gefragt worden, ob ich an einer interkulturellen Länderausstellung mitarbeiten würde, das heißt, ich werde Deutschland vertreten und muss mir jetzt eine geeignete Präsentation zurechtbiegen. Auch für Bands und Sänger bin ich wieder unterwegs und bald startet auch die Kooperation mit der niederländischen Seite learndutch. Manchmal werde ich so kribbelig, weil es so viel zu tun gibt und es gäbe sogar noch mehr, dass ich dann so aufgeregt bin, dass ich mich komplett blockiere und dann gar nicht voran komme. Ich muss also dringend an meinem Arbeitssystem arbeiten. Aber das wird schon werden...


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