Tuesday, February 17, 2015

Von Nachtschichten, Schneestürmen und Backstagepartys II

Hatte ich schon die Stimmung erwähnt?? Ja, hatte ich :) Es war einfach wunderbar mal wieder vor Ort zu sein; den besagten Club hatte ich bereits 2009 kennen gelernt und es war auch sehr schön mal wieder Bekannte zu treffen, die ich seit dem besagten Tag nicht mehr live gesehen hatte. Damals war ich nur zu Besuch gewesen und hatte noch nicht dauerhaft in Italien gelebt. Und das macht viel aus, wenn man weiß, dass man seinen Aufenthalt nicht mehr auf wenige Tage begrenzen muss. Eine ganz andere Ruhe ist das, und man kann Aktivitäten wie das Konzert auch viel mehr genießen. Um genau auf den Aspekt anzustoßen, gönnte ich mir noch ein weiteres Bier, verteilte auch hier meine Flyer und sprach mit Hinz und Kunz. Ich lernte auch neue Menschen kennen und musste zugeben, dass ich nicht jeden erkenne, mit dem ich zB über die sozialen Netzwerke verbunden bin. Es tut mir jedes Mal leid, denn es ist nicht so, dass es mir egal wäre, aber ich bin mit über eintausend Personen verlinkt und die meisten kennen mich über die Musik. Also kommt hinzu, dass ich als Ausländerin damit auch mehr auffalle und leichter in Erinnerung bleibe. Und dann grüßen Menschen freundlich und sagen "Ich bins, Andrea!" und ich habe keine Ahnung, wer es sein könnte, wenn ich gut zwanzig Andreas unter meinen Bekannten habe. Das ist schon als Lehrer immer mein Problem gewesen. Wenn ich jedes Jahr über 150 Schüler unterrichte und das ein paar Jahre aufaddiere, ich kann nicht jeden kennen! Aber jeder kennt mich. Und somit musste ich also auch diesmal mehrfach sagen, dass ich mich leider nicht an sie erinnere, dass das aber nicht persönlich gemeint sei. Es waren auch ganz neue Menschen darunter und das war dann immer eine Erleichterung, wenn es hieß: "Nein, wir kennen uns nicht persönlich, aber ich kenne dich von diversen Fotos!"
Es war schon nach 3 Uhr morgens, als endlich gepackt wurde. Einige Bandmitglieder überlegten im Club zu übernachten und uns wurde es auch angeboten. Also, das mag als Mann ja noch gehen, aber ich hatte keinerlei Übernachtungsgepäck dabei und zog damit eindeutig vor wieder nach Hause zu fahren, egal wie spät es werden würde. Und es wurde auch recht spät. Wer immer auch von anderen Fahrern abhängig war, wie beispielsweise der Fotograf, hing auch wie ich welk in der Ecke herum und war am gähnen. "Wir tragen auch gerne was zu den Autos, wenn es damit etwas schneller geht!" Aber es ging nicht schneller. Die Organisatoren boten uns noch ein Stück Valentinstagstorte an, die wir gemeinsam verspeisten und gegen 3:30 war dann endlich Abflug! Es regnete leicht und ich rechnete schon mal vorsichtig mit dem Navi aus, wie lange wir unterwegs sein würden. Etwa um 6:30 könnten wir zu Hause sein, uff, das war wirklich spät. Wir hatten Wasser und Chips aus dem Backstage dabei, aber meine bessere Hälfte meinte, irgendwie hätte er noch richtigen Hunger und würde gerne irgendwo anhalten und etwas essen. Das einzige, was wir geöffnet fanden, war allerdings ein McDonalds. Das ist eigentlich nichts, was ich unter Essen verstehe, aber in Ordnung, warum nicht durch den Drive-in fahren und etwas mitnehmen. Vielleicht schmeckte es ja diesmal.
Es fing schon damit an, dass wir den Eingang nicht fanden. Dreimal kurvten wir um den Block, nirgends schien man auf das Gelände fahren zu können. Das war absurd. Als wir schließlich oben in der Schleife waren und unser Essen hatten, fanden wir dann nicht mehr raus! War sowas möglich? Ja, es gab nämlich keinerlei Wegweiser und so landeten wir gerade nochmal im Drive-in. "Was möchten Sie bestellen?", kam es freundlich aus dem Lautsprecher. "Gar nichts, ich will nur von diesem verdammten Gelände runter!" schrie meine bessere Hälfte zurück. "Ah, ok", kam es zurück. "Ihr haltet es ja nicht mal für nötig irgendwelche Hinweise aufzustellen! Wie soll man sich denn hier zurechtfinden?!" Und es folgten noch eine Reihe an Flüchen, während wir uns erneut in der Schlange der Wartenden befanden. So konnten wir zumindest schon mal essen. Oder es versuchen. Wir hatten jeder ein Menü, und bereuten es sehr bald. Mein Burger schmeckte schon beim ersten Bissen nicht, mit Mühe und Not aß ich ihn auf, denn er war schließlich bezahlt worden - so bin ich halt. Dann hatte ich so ein fieses Gefühl im Magen, dass ich erstmal eine Pause brauchte. Die Chicken McNuggets schaute ich nur an, aber probieren wollte ich sie nicht. Dann hatte ich noch Pommes frites, die eigentlich bei McDonalds recht gut schmecken, fand ich immer. Aber die inzwischen kalten Stäbchen waren so schlaff und geschmacklos, dass ich nach drei oder vier tatsächlich aufgab. Oyyy, das war keine gute Entscheidung gewesen, dieses Essen, ich würde mal wieder für ein Jahr genug davon haben. Früher hat mich das Zeug immer noch hin und wieder gereizt, aber diesmal war wirklich nichts, aber auch gar nichts Reizvolles daran gewesen. Also nichts wie nach Hause!
Wir tankten noch für die lange Heimreise, sahen die Ankunftszeit auf 6:50 verschoben und etwas naiv fragte ich mich, wieso der Smart neben uns sooo lange vor dem Kondomautomaten parkte. "Das ist eine Prostituierte und da vorne wartet ein Auto darauf, dass wir endlich wegfahren!" warf meine bessere Hälfte ein. In der Tat, jetzt sah ich es auch und kaum waren wir wieder auf der Straße, machte das Auto sofort einen Bogen und fuhr auf den Smart zu. Du meine Güte, wie gefährlich das war!


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