Saturday, February 14, 2015

Freitag, der 13...

Ich hatte eigentlich nie irgendwelche Probleme mit Freitag, dem 13. Wirklich nicht. Aber gestern war wirklich der Wurm drin! Sowas habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Zunächst einmal erwartete ich gut drei angekündigte Mails, die allesamt nicht kamen. Nicht einmal eine davon! Gar nichts...
Dann fand meine bessere Hälfte seine Schlüssel nicht, obwohl ich darauf bestand, dass sich diese am Schlüsselbrett befanden (und dort waren sie dann auch). Er kam dann noch einmal zurück, er würde sein Handy nicht finden. Ich ahnte, wo es war und dort war es auch, denn als ich ihn dann anrief, klingelte es in seiner Jackentasche. Die Nerven lagen schon längst blank und spät war er auch schon. Dann sprang das Auto nicht an...ganze 15 Minuten lang nicht! Es war nicht zu fassen. Und ich hatte die ganze Zeit so ein blödes Gefühl, was den Tag anging.
Siehe da, kaum bin ich am arbeiten, höre ich ein höchst seltsames Geräusch aus der Küche. Was war passiert?! Die Backofentür explodierte aus völlig unerfindlichen Gründen und zerplatzte in Hunderte Glassplitter! War das zu glauben?? Die Rechnung musste her, das war ja wohl ein Fall für die Garantie! Nur konnte ich die Rechnung nirgends finden. Das ergab alles überhaupt keinen Sinn! Ein Wunder, dass all meine Gassitouren mit Ludwig problemlos liefen. Dann sehe ich spontan acht Bestellungen im Printshop. Toll, freute ich mich schon, wenigstens das lief heute wie geschmiert. Nee, denkste, nach wenigen Minuten waren fünf Bestellungen schon wieder storniert. Was zum Teufel??! Wieso???
Am Abend war ich im Konzerteinsatz und jetzt passte ich richtig auf! Ich war so optimal vorbereitet, dass mir auch Freitag, der 13. keinen Strich durch die Rechnung machen konnte. Auf den Punkt fuhr ich los, das Auto voller Gitarren und anderem Equipment fuhr, der Verkehr war mäßig, aber ich ahnte, dass ich ganz besonders würde aufpassen müssen. Ich hatte das irgendwie im Gefühl. Und prompt, kurz vor Ankunft, rammt mich fast einer im Kreisel! Er war unerlaubterweise plötzlich angeschossen gekommen und glaubte wohl ich sei noch weiter weg. Ich hab abgebremst und konnte einen Unfall verhindern, aber auch wirklich nur, weil ich wirklich ganz besonders konzentriert war und mit Problemen gerechnet hatte. Dann lief es einigermaßen. Ich packte meine bessere Hälfte pünktlich ins Auto, wir hatten nichts vergessen und kamen sogar pünktlich am Venue an. Freitag, der 13. war es aber auch für alle anderen. Prompt hatte einer seiner Kollegen auf dem Weg nach Genua sein Auto verschrottet, indem er den Motor völlig ruiniert hatte. Ein anderer hatte sein Handy verloren. Die Technik machte anfangs auch Probleme. Ich konnte kaum erwarten, dass der Tag endlich zu Ende war! Das war ja kaum zu glauben, was alles schief ging. Das Abendessen im Backstage sah gut aus, zwei Sorten Pasta, eine riesen Schüssel Pommes frites und lauter Scheiben eines Bratens. Die Pasta schmeckte nach gar nichts, ich glaub ich hab schon lange nicht mehr so schlechte Nudeln gegessen. An die Pommes frites und den Braten hab ich mich dann gar nicht mehr rangemacht, irgendwie war der Appetit vergangen. Internet funktionierte kaum, und was mich am meisten störte: es gab keine Toiletten. Nun doch, es gab zwei Boxen, aber an der einen Tür stand "defekt", die zweite sah aber nicht besser aus. Die Tür war teils aus Wellpappe (!), ließ sich nicht abschließen und natürlich gab es auch kein Papier. Man stelle sich diese Toiletten mal vor, wenn das Haus voll ist! Dann kam auch kein Wasser aus dem Hahn und mit Seife hatte ich eh nicht gerechnet. Ich überlegte mir, ob ich mir ein Bier holen sollte, um den Abend immerhin noch genießen zu können, aber die Luft war raus. Ich entschloss mich also noch ehe es richtig los ging, wieder nach Hause zu fahren. Meine bessere Hälfte gab mir sein Handy, weil das ein GPS hatte und ich in dem Viertel der Stadt noch nie gewesen war. Internet ging erstmal nicht und ich hatte einige Bedenken, damit überhaupt loszufahren. Und wie sollte mich meine bessere Hälfte kontaktieren, wenn es ein Problem gab und er abgeholt werden müsste? Er würde das Handy von einem seiner Kollegen verwenden, in Ordnung.
Ich machte mich also auf den Weg und ob man es glaubt oder nicht, ich fand den Weg sogar mühelos und das obwohl das Internet nicht nur nicht am Venue nicht funzte, sondern auf der gesamten Strecke nicht!! Fast wäre ich umgedreht, um das Handy wieder zurückzubringen, denn ich brauchte es nun nicht mehr. Ich fand aber keine Möglichkeit mehr zu parken, denn inzwischen war es voll geworden, also ging es mit Bauchschmerzen nach Hause. Ich versteckte die Schlüssel zur Hintertür im Garten, schickte meiner besseren Hälfte über einen Freund eine SMS dazu und dann war ich wieder im Alltag angelangt. Gassi gehen, arbeiten, immer mit einem Blick auf Updates zum Konzert, damit ich wüsste, wann es in etwa vorbei sein würde. Gegen 2 Uhr machte ich mit Ludwig einen letzten Trip draußen. Inzwischen war es am regnen und das ist immer besonders "gemütlich", wenn einer mit dem Motorrad unterwegs ist. Aber das Konzert wollte einfach nicht enden. Gegen drei rief ich jeden vor Ort  an, dessen Nummer ich hatte, aber kein einziger ging dran. Offenkundig war man noch am spielen! Dafür kontaktierten mich diverse Personen über Facebook: Wo warst du hin, ich hab dich nicht mehr gesehen, wolltest du nicht auch zum Konzert gehen??
Gegen halb vier schließlich rief meine bessere Hälfte an: alles sei ok, er sei wieder im Shop, würde jetzt einen Kaffee trinken und warten, dass der Regen etwas aufhören würde und dann kommen. Ludwig schaute mich völlig übermüdet vom Sofa her an. Er war auch der Meinung, dass es viel zu spät war und dass wir längst hätten schlafen sollen. Um vier schließlich fing ich an auf und ab zu gehen. Es war lausig kalt geworden im Haus, natürlich war nachts die Heizung nicht an. Zu allem Überfluss glaubte ich noch eine Maus laufen zu hören! Über mir! Ich rannte ins Schlafzimmer und schaute in alle Ecken, konnte aber nichts erkennen. Vielleicht waren es doch nur die Hunde der Nachbarn, denn eine Maus konnte unmöglich so laute Schritte haben! So oder so, die Nerven lagen blank. Es war am Ende 4:30, als meine bessere Hälfte schließlich erstaunlich gut gelaunt mit dem Motorrad vorfuhr und Ludwig begeistert nach draußen lief. Nach einem Meter merkte er aber, dass es regnete und kam sofort wieder ins Haus zurück.
Endlich fand der Tag sein Ende und ich weiß nicht, aber er hatte mich wirklich geschafft. Die Nacht war kurz und der Samstag würde nochmal alle Energien einfordern, denn auch heute heißt es wieder Business as usual und dann erneut auf zum Konzert in den Norden. Diesmal aber habe ich eine Strecke von fast drei Stunden zu meistern...und dann mitten in der Nacht wieder zurück. Ach ja...



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