Thursday, January 15, 2015

A nice escape...

Der nächste Eklat mit den Schwiegereltern! Mitten aus dem Nichts heraus und so heftig, dass Schwiegermamma gleich nach einer Salve an Beleidigungen gegen uns die Tasche gepackt hat und auf zum Bahnhof gefahren ist. Mit dem Bus! Sie wollte zurück in die Heimat und dort gleich eine Behausung für sich und ihren Herrn Gemahl suchen und finden. Nach nur 24 Stunden stand sie wieder auf der Matte, ich nehme an die Suche war wenig erfolgreich, und offenbar hatte sich auch keiner in der großen Familie gefunden, der sie länger als eine Nacht hatte beherbergen wollen. Sie tat uns gegenüber aber sehr siegreich, als hätte es Dutzende von Möglichkeiten gegeben und sehr bald würden sie den Abmarsch antreten können. Wir hatten ja schon gehofft, richtig doll gehofft, aber die Anforderungen, die sie an ein Heim stellen, sind nicht sonderlich leicht zu erfüllen, dort, wo sie unbedingt wieder hin wollen. Seitdem leben wir hartnäckig an einander vorbei. Jeder kocht für sich, jeder kauft für sich ein, kümmert sich nur um das eigene Geschirr, jeder isst für sich, man grüßt sich knapp am Morgen, wenn man sich begegnet und das war's. Manch einer nennt dies einen fiesen Psychokrieg, aber ich kann sowas sehr gut wegstecken. Erstaunlicherweise überwiegt für mich ein neues Freiheitsgefühl, Ich koche wieder, was ich sinnvoll finde, ich kaufe wieder ein, was ich sinnvoll finde, und den Rest der Zeit werde ich weder sinnlos bequatscht noch für irgendwelche Tätigkeiten eingespannt. Gestern wurde dann gnädig für uns mitgekocht, aber wir zogen es vor unser eigenes Essen zu essen. Immerhin hatte ich auch zuvor für alle gekocht und es war vorgezogen worden, es nicht zu essen. Also was die können...
Und heute hatte ich so ein ganz seltsames Gefühl, dass eventuell die Not so groß sein könnte, dass man mich wieder einspannen wollen würde. Gerade weil ich ein Auto habe! Und so entschloss ich mich, dass es Zeit für ein kleines Abenteuerchen für Ludwig und mich sei. Ich machte uns fertig für eine augenscheinlich ganz normale Gassitour, kleidete mich aber besser, nahm ungesehen die Autoschlüssel vom Bord, packte eine Einkaufstasche und weitere Dinge ein und verschwand ungesehen mit Ludwig durch die Hintertür. Und dann rannten wir, auf zum Auto, rein und nichts wie weg. Wir fuhren gemeinsam ins Einkaufszentrum, zur Reinigung, zum Baumarkt, zum Haushaltswarenladen und in den Supermarkt, ich kaufte etwas hier und da und Ludwig passte im Auto dann auf die Tüten auf. Und dann ging es nicht heim, nein, dann machten wir erstmal unsere ausgedehnte Gassitour, auf ganz neuen Strecken und hatten sogar mit dem Wetter Glück. Es regnete immer nur dann, wenn wir gerade im Auto saßen, so als hätten wir alle guten Geister auf unserer Seite an diesem Tag! Wir tranken das gekaufte Wasser in Flaschen aus dem Supermarkt und mampften einen Schokoriegel bzw ein "Dentastix für große Hunde" am Ende unserer Tour. Und dann fuhren wir immer noch nicht heim, nein, dann ging es Richtung Meer. Inzwischen war Ludwigs Gesichtsausdruck ein einziges Strahlen und er war sichtbar aufgeregt, dass wir noch immer unterwegs waren. Wir fuhren die Promenade entlang und parkten nur gute hundert Meter vom Meer entfernt. Dann trafen wir uns mit "Daddy" bzw meiner besseren Hälfte zum Mittagessen. Dazu mussten wir mehrere Straßen voller Menschen mit Hunden passieren, was ich bislang immer lieber vermieden habe. Aber alle guten Geister waren ja auf unserer Seite und wie durch ein Wunder hat Ludwig nur auf einen einzigen Hund "not amused" reagiert. Normalerweise hätte so eine Strecke einen Spießrutenlauf bedeutet. Wahnsinn! Wahnsinnig gut schmeckte auch die Pizza, die wir uns daraufhin genehmigt haben, auch wenn meine so groß war, dass ich sie freiwillig mit Ludwig geteilt habe. Und das Tüpfelchen auf dem i: dazu gab es ganz dekadent Champagner! Als wäre es das Normalste der Welt zu so einer Tunfischpizza. Haaaaa, was für ein Tag! Dann noch einen Kaffee in der Bar um die Ecke und dazu kleine Häppchen auf die Hand.
Nach knapp vier Stunden waren wir schließlich wieder daheim und trugen unsere Errungenschaften des Tages in mehreren Tüten ganz selbstverständlich an den schweigenden Schwiegereltern vorbei ins Schlafzimmer. Und ehe ich mich dann doch endlich mal an die Arbeit mache, schaue ich jetzt noch einen Film. Mit Ludwig. Im Bett. Bei Erdnüssen und frischem Fruchtsaft. Aber Ludwig schnarcht schon jetzt ganz laut...



No comments:

Post a Comment