Wednesday, December 17, 2014

Auch Genua kennt die Weihnachtszeit...

Okay, das ist etwas plakativ formuliert, aber über lange Zeit hinweg hatte ich wirklich den Eindruck, als sei es den Genovesi völlig schnuppe, dass bald Weihnachten ist. Während ich in der Toskana erstaunlich viel Beleuchtung an den Häusern fand, beschränkte sich in Genua die sichtbare Weihnachtsvorbereitung auf ein paar Dekorationsangebote in den Geschäften, Plastikweihnachtstannen zum Kauf und etwas meist ziemlich grässlich grelle Beleuchtung an einigen Geschäften. Privatschmuck? Fehlanzeige. Gerade als ich mal wieder einen Nachmittag im Feierabendverkehr auf den großen Straßen festsaß, ließ ich meinen Blick an den wirklich unzähligen "palazzi", sprich Wolkenkratzern, vorbei ziehen und stellte fest, dass vielleicht aufgerundet 1% der Fenster irgendwie beleuchtet waren. Nicht gerade viel. Auch bei uns daheim sieht man einige Mehrfamilienhäuser auf der anderen Seite des Hügels und gerade während die Sonne noch so heiß war Anfang Dezember, dass man tagsüber locker im Pullover draußen laufen konnte, erinnerte nichts, aber auch wirklich gar nichts an die Vorweihnachtszeit. Italien doch ein Land des Sommers? Irgendwie war ich enttäuscht.
Ich ahnte allerdings nicht, dass es da einen Stichtag zu geben schien. Und zwar den 8. Dezember, der sich laut Kalender auch "Maria Empfängnis" nennt. Ich weiß nicht, was genau diesen Tag zu etwas Besonderem macht, aber es handelte sich sogar um einen allgemeinen Feiertag, so dass die Geschäfte geschlossen blieben und die Genovesi sich im Haus austoben konnten. Moment mal - auf einmal erschien ja verschiedenste Beleuchtung in den Fenstern der "palazzi"! Stündlich kamen neue Lichterketten hinzu, die teilweise wirklich heftig blinkten. Ich bin kein Fan von blinkender Beleuchtung, aber ich gebe zu, dass ich dieses Mal so begeistert war, blickende Lichter zu sehen, dass mir ganz warm ums Herz wurde. Auf einmal wurde sich auch optisch auf Weihnachten vorbereitet. Auf der Gassitour sah ich, wie im Vierfamilienhaus etwas die Straße rauf mehrere Anwohner zwei Kunsttannenbäume in vollem Schmuck in den Eingangsbereichen drapierten. Gegenüber erstrahlte auf einmal ein großer Schriftzug mit "Auguri" und daneben "Buon Natale". Neben der Tierarztpraxis leuchtete es abwechselnd grün-blau und rot-gelb. Und der Hügel gegenüber wurde ein richtiges Spektakel, das erst am Abend so richtig zur Geltung kam. Ich würde tippen, dass mindestens jeder vierte Balkon, bzw. auch jedes vierte Fenster mit einer Lichterkette oder einem erleuchteten Objekt bestückt war. Wow! Es wirkte vom Garten aus wie eine riesige Leinwand, die man stundenlang auf sich wirken lassen kann. Fast fühle ich mich an meinen "1-Million-Dollar-Ausblick" hinterm Haus in der Toskana erinnert. Ach ja...



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