Saturday, November 15, 2014

Wieder Weltuntergang...

Ja, da sind wir mal wieder, mitten im Chaos, mitten im Regen, im Sturm, im Gewitter! Es ist Mittagszeit und draußen ist es stockdunkel! Das Wasser klatscht nur so gegen die Fenster, der Regionalsender Primocanale verbindet mit der Außenwelt. Seit etwa Mitternacht ist dieses Wetter aus Frankreich in Italien angekommen und gräbt sich meterweise die Küste entlang und hinterlässt eine unglaubliche Spur der Verwüstung. Ich habe einige unfassbare Videos gesehen, nicht nur Überschwemmungen, sondern auch Erdrutsche und andere Effekte dieser Unwetterserie. Hin und wieder Blackout im Sender, der versucht upzudaten und Informationen zu geben. Regelmäßig rufen verzweifelte Anwohner an, einige sind ohne Strom, in einigen Teilen der Provinz musste das Gas abgestellt werden. Ich hab gesehen wie einige Straßen regelrecht weggekrümelt sind und ein LKW kopfüber in die Fluten gefallen ist. Mal wieder sind eine ganze Anzahl Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten.
Die Schulen sind natürlich geschlossen, leider nicht der Einzelhandel und so riefen verschiedene Bürgermeister der Region öffentlich dazu auf die Häuser nicht zu verlassen, sondern drinnen zu bleiben und im Notfall den Tag mit Keksen zu überstehen als sich in die Geschäfte zu begeben. Daraufhin viele Kommentare und Anrufe von verzweifelten Angestellten, die sich gezwungen fühlen zur Arbeit zu gehen. Die Bürgermeister sollen alles zwangsweise schließen, heißt es da, aber niemand weiß, ob sie überhaupt so eine Befugnis haben. Diesmal hat sich die Unwetterwarnstufe Allerta 2 tatsächlich als berechtigt erwiesen. Und es trifft nicht nur Genua, sondern die komplette Küste von der französischen Grenze (und wahrscheinlich ebenso dahinter!) über ganz Ligurien und die Toskana bis hoch nach Mailand und Comer See. Auch in Rom soll es chaotisch sein; es ist also eine unglaublich große Fläche betroffen und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison.
Meine bessere Hälfte ist arbeiten gegangen, einer der vielen, die keine andere Wahl sahen. Und es ist unklar, wie er wieder nach Hause kommen kann. Ich bin also mit Hund alleine zu Hause und muss zusehen, dass das Haus trocken bleibt. Gestern Abend habe ich zum ersten Mal alles aus dem Garten geräumt, was auch nur irgendwie kaputt gehen könnte und das war wohl eine gute Vorsichtsmaßnahme, denn der Fußweg vor der Tür hat sich mal wieder in einen Fluss verwandelt.
Eigentlich gäbe es heute einiges zu arbeiten für mich, aber ich habe bis auf Weiteres alles auf Eis gelegt und konzentriere mich aufs Haus und das TV, um möglichst alle wichtigen Informationen mitzubekommen.





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