Sunday, November 9, 2014

Styropor-Brücken und andere aktuelle Skandale...

Es geht wieder rund hier in Norditalien. Ganze drei Tage lang saß ich hier aufgrund der Unwetter ohne Telefon und Internet fest und ja - ich kam zurecht und habe wahnsinnig viele Dinge erledigen können, die ich sonst sicherlich immer weiter aufgeschoben hätte, aber ich konnte es dennoch nicht erwarten endlich wieder mit der Außenwelt verbunden zu sein. Ereignisreiche Tage liegen hinter und vor uns. Genua und ganz Ligurien bereiten sich heute wieder auf Unwetter vor, die spätestens morgen ankommen sollen und vorsichtshalber bleiben schon mal alle Schulen der Umgebung geschlossen. Nicht nur Ligurien ist betroffen, die Unwetterwarnstufe Allerta 2 gilt auch für weite Teile der Toskana, vor allen Dingen Pisa, Lucca und Massa-Carrara. Carrara befindet sich bereits im Ausnahmezustand und das schon seit einigen Tagen, nachdem auch die Marmormetropole von Überflutungen heimgesucht worden ist. Auch in Rom soll es Überschwemmungen gegeben haben. In Carrara ist aber gleichzeitig ein unglaublicher Skandal aufgedeckt worden: eine Brücke ist teilweise eingestürzt, die sich bei näherem Hinsehen als mehr als unsachgemäß gebaut entpuppte. Nein, keine läppischen Baufehler - die Brücke bestand zum Großteil aus Styropor! Das brachte die Bevölkerung dazu in Massen zum Rathaus zu stürmen um den Bürgermeister zum Rücktritt zu zwingen. Offenkundig halten sie die Räumlichkeiten seitdem besetzt und Motivation ist ausreichend da, solange neue Unwetter den Mob nicht auseinander treiben. Und die sind spätestens morgen vor Ort, denn auch in Carrara bleiben die Schulen morgen geschlossen.
In Bologna gab es derweil einen Skandal um einen Angriff von Linksradikalen auf den Vorsitzenden der Lega Nord, dessen Auto vollständig zerstört worden ist.
Und hier? Ich habe noch meine Wäsche draußen im Garten hängen, während ich ein wirklich leckeres Curry-Chicken abschmecke, das ich für das Abendessen zubereitet habe. Was will man auch anderes tun, wenn draußen mal wieder die Welt untergeht, als sich um Haushalt, Heim und Home Office Projekte zu kümmern? Es ist jedenfalls sehr gemütlich geworden, auch wenn man tagsüber noch meinen könnte, es sei so etwas wie Sommer übrig geblieben. Kälte und Nässe haben mich längst dazu getrieben abends überall Kerzen anzuzünden und schon mal die Weihnachtsbeleuchtung hervorzukramen. Und ja, den ersten Glühwein habe ich auch schon gestern auf dem Herd gehabt. Und mit so einer richtig heißen Tasse mit süffigem Rotwein harrt man schon viel besser der Dinge, die sich - schon wieder - angekündigt haben...





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