Wednesday, August 20, 2014

Der Umzug - drei Monate später...

Ach ja...was hatte es viel Aufruhr gegeben, als im Frühling die Umzugspläne herausgearbeitet wurden. Wohin zieht man? Wie groß soll es sein? Was darf es kosten? Wie weit muss man fahren? Wie zieht man um? Was muss man kaufen? Wer kann helfen? Wann geht es los? Wie mag es vor Ort sein? Wird man sich einleben? Aber am heftigsten war die Frage: wer zieht alles mit??
Und ja, von Anfang an waren sowohl die Vor- als auch Nachteile bekannt. Sie haben sich sogar alle bestätigt, die Erwartungen, auch wenn einige Resultate mich im Detail dennoch überrascht haben.
Das Haus ist auch nach drei Monaten noch nicht ganz eingerichtet, aber das liegt auch daran, dass wir in einer provisorischen Übergangssituation leben. Die Schwiegereltern sind nur "bis auf Weiteres" hier eingezogen und das heißt, dass das Haus voller ist als es sein sollte und dass diverse Anschaffungen noch warten müssen, bis uns die Wohnfläche endlich ganz alleine gehört. Bei so vielen Erwachsenen fühlt sich auch keiner so recht verantwortlich. Diverse Renovierungsarbeiten werden einfach gar nicht gestartet, weil hier hauptsächlich Alltag gelebt wird. Ich wollte ja schon etliches selbst machen, z.B. das Treppenhaus streichen, aber angeblich muss da besonders viel Erfahrung her und ganz spezielles Material, so dass der Punkt bis auf Weiteres auf Eis liegt. Bilder, Lampen und Dekoration sind fürs Erste platziert, wenn auch auf eine Weise, die mir absolut nicht gefällt. Und natürlich dominieren auch die Möbel der Schwiegereltern, auch das war vorher klar und deswegen zu erwarten gewesen. In unserer schönen, neuen, weißen Küche dominiert jetzt der rustikale Touch und in jede freie Ecke wurden wahllos Regale gehängt um die unzählige Teile umfassende Kupfersammlung von Schwiegermamma unterbringen zu können. Im Wohnzimmer prägen religiöse Gemälde und Kruzifixe die Atmosphäre. Die Räume sind von Natur aus sehr schön - das Haus wird also mal sehr schön werden, sobald all dieser - ja, all dieser Mist mal raus ist! Dabei gewöhnt man sich ja an vieles. Anfangs habe ich noch jedes Teil bekämpft, weggepackt, klargemacht, dass das so nicht geht ohne Absprachen. Viel Ärger hat es gegeben, viele Stunden, in denen man nicht miteinander gesprochen hat, viele Tränen. Und dann irgendwann hatte keiner darauf mehr Lust. Das Gesamtergebnis entspricht niemandes Geschmack, also wartet jeder auf seine eigenen vier Wände, hat sich aber fürs Erste irgendwie arrangiert mit der Situation. Faszinierend finde ich den Aspekt, dass mich die Anwesenheit der Schwiegereltern gar nicht stört. Ich dachte, der enge Raum auf dem man zusammenlebt, der müsste uns wie ein Gefängnis vorkommen. Aber es ist nicht die Enge und nicht die Anwesenheit, es ist schlichtweg der Kampf ums Territorium, der einen belastet. Wer hat welche Rechte, wer setzt sich wo durch. Und da ist es egal, ob die geteilte Wohnfläche 50 oder 250qm beträgt...



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