Tuesday, August 19, 2014

Che casino!

Ach, reden wir nicht um den heißen Brei herum - man genießt aktuell einen typischen, klassischen, altbewährten August in Italien! Ja, so richtig aus dem Touristenführer...halt, genug geträumt! Wer sich aktuell auf den Weg nach Süden macht, der wird sich wünschen seinen Urlaub nie angetreten zu haben! Ich sitze hinter geschlossenen Fensterläden auf dem Bett, zwei Pullover übereinander und einen heißen Zimttee auf dem Nachttisch und beobachte fasziniert, wie der Regen waagrecht auf die Fensterscheibe platscht - trotz geschlossener Läden! Dazu scheinen die Berge rundherum in ihre Einzelteile zu zerfallen, ein Donner folgt dem nächsten und fügt sich zusammen zu einem einzigen, anhaltenden Grummeln. Hin und wieder eine Sirene. Also alles ganz genau so, wie man sich einen August in Italien immer vorstellt. Die armen Touristen, die jetzt in ihren Quartieren zu Hauptsaisonpreisen sitzen und aus dem Fenster starren. Bei diesem Wetter sollte man sich dem Strand gar nicht erst nähern, auch die freie Natur sollte gemieden werden. Wer etwas besichtigen möchte, hat dazu jetzt ganz viel Zeit, vorausgesetzt, es handelt sich um ein Gebäude mit einem Dach und möglichst einem Dach, das auch diesem Sturm gerade standhalten kann. Und die Aussichten für die nächsten Tage sind nicht besser; die Unwetterwarnung bleibt noch bestehen, auch wenn es beim aktuellen Wetterchaos auch gut sein kann, dass nach zwei weiteren Gewittertagen auf einmal 35 Grad und sengende Sonne zurückkehren, wer weiß das schon heutzutage.
Immerhin hatte ich es gestern noch geschafft bei heißem Sonnenschein und per Motorrad meine Einwanderung in der Comune zu komplettieren und endlich eine Berechtigung für einen italienischen Ausweis in Händen zu halten. Und ja, man glaubt das so wenig wie das unitalienische Wetter gerade, aber die gut sieben Personen, mit denen ich bislang in der Comune zu tun gehabt habe, waren ausnahmslos sehr freundlich, sehr serviceorientiert, sehr entgegenkommend, strukturiert, schnell und noch dazu wussten sie, was sie taten! Das passiert einem nicht mal in Deutschland! Fast hätte ich da mit offenem Mund gegessen und abgewartet um dann schließlich zu fragen "Aber...aber...das wars schon?! Kein Problem? Kein Missverständnis? Keine vagen Angaben?! Was stimmt denn nicht mit euch?!"
Man merke sich also: egal, was man meint über das Land zu wissen - vieles stimmt eh, aber man wird doch auch immer wieder überrascht - im Guten wie im Schlechten...



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