Saturday, May 24, 2014

Hunderettung inmitten des Chaos...

Als wäre ein Umzug nicht schon Stress genug, hat meine bessere Hälfte heute auf dem Heimweg zwei Hunde auf der stark befahrenen Straße gefunden. Viele Autos sind ihnen nur knapp ausgewichen und um Haar wäre es zu spät gewesen. Er hielt aber an, konnte das eine Hündchen schnappen, was anfing zu schreien, und ins Auto bringen. Das andere Hündchen wollte erst rettend eingreifen, sah sich dann aber in einem emotionalen Zwiespalt und floh. Meine bessere Hälfte hinterher und mit einiger Mühe gelang es ihm auch Hund Nummer 2 anzulocken. Ich hatte gerade das Abendessen fertig, als der Anruf kam "Ich stehe mit 2 Hunden vor dem Tor, du musst mir helfen!" Gott sei Dank handelte es sich um Weibchen und Gott sei Dank waren sie klein! Ich rannte hinaus mit Ludwigs Leine, während Ludwig selbst am Tor wartete und nicht verstand, was seine Leine ohne ihn draußen sollte. Wir befestigten die Leine mit je einem Ende an einem der Hunde und brachten die beiden unbeschadet nach Hause. Der Zuwachs irritierte Ludwig, aber im Positiven. Es wurde sich beschnüffelt und bestaunt, dann brachten wir alle im Wohnzimmer unter und schlossen die Türen. Ludwig teilte - sozial wie er ist - sogar seine Näpfe mit den beiden Fellknäulen und akzeptierte sie ebenso bei mir auf dem Arm und sogar auf seinem Sofa. Wären die beiden Männchen gewesen, hätte das Ganze innerhalb weniger Sekunden böse geendet! Nach einigen Minuten beruhigten sich die beiden Mädchen, die vermutlich Mutter und Tochter oder zwei Schwestern waren - Rasse Spitz oder ähnlich. Sie hatten Halsbänder und wirkten gut genährt, aber ihr halblanges Fell war voller Unkraut, das aussah wie unzählige Zecken. Wir machten Fotos der beiden und teilten sie auf Facebook; schließlich gelang es uns auch das Tierheim zu erreichen. In der Zwischenzeit hatten die beiden Mädchen ausgiebig die Umgebung erkundet, immer Schulter an Schulter und immer mit einem Blick auf die andere. Ludwig blieb weiterhin ein Gentleman, aber er versuchte auch mit den beiden Knäulen zu spielen. Dabei ließ er außer Acht, dass er gut fünfmal so groß war und etwas zu stürmisch für so kleine Weibchen. Er versuchte auch sie mit der Pfote anzustupsen, dabei war seine Pfote so groß wie ihre Köpfchen. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass Ludwig ihnen Sicherheit gab, immerhin war auch er ein Hund, auch wenn keiner der drei verstand, was hier eigentlich los war. Mit dieser Harmonie konnten wir getrost auf einen Rückruf vom Tierheim warten. Nach einer guten Stunde fuhren die Helfer vor und gemeinsam gingen wir nach draußen: vorneweg meine bessere Hälfte mit Ludwig, hinter ihnen ich mit den beiden Hündchen auf dem Arm. Es erinnerte mich an die Zeiten, in denen Ludwig ein Welpe war und noch auf dem Arm getragen werden konnte - lang ist's her! Als uns die Tierheimhelfer sahen, stand ihnen das Entsetzen im Gesicht, ehe meine bessere Hälfte auf Ludwig zeigte und sagte "Keine Sorge, das ist unserer!" Im Nachhinein überlegten wir uns, was gewesen wäre, hätten wir gesagt, der große Hund sei gefunden worden und einen Augenblick, wir würden jetzt auch noch den zweiten aus dem Haus holen, denn der sei noch größer!! Vermutlich hätten sie Gas gegeben und nichts mit der Geschichte zu tun haben wollen, immerhin waren sie im Kleinwagen angekommen und hatten noch ein Kind im Grundschulalter hinten drin. 50kg Hund hätten sich da nicht sonderlich gut gemacht...Der Mann vom Beifahrersitz nahm mir mein Bündel ab und trug es zum Wagen. Wir winkten den beiden Knäulchen hinterher und hatten wirklich gemischte Gefühle. Es war schade, die beiden wieder abzugeben, immerhin waren sie am Ende ziemlich anhänglich geworden und hatten auch mit Küsschen nicht gegeizt. Aber wir waren auch sehr erleichtert, die Verantwortung losgeworden zu sein. Ludwig marschierte vorneweg mit den angelegten Ohren, als wir wieder ins Haus zurück liefen. Er konnte zu Recht stolz auf sich sein. Er hatte sich wie damals schon bei den gefundenen Katzenbabys sehr verantwortungsbewusst und sehr sozial gezeigt! Wäre er nur ebenso mit anderen Männchen...


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