Friday, April 4, 2014

Sommerregen...

In diesen Tagen denke ich manchmal an die Zeit vor einem Jahr zurück, als wir Frühling hätten haben sollen, aber was wir tatsächlich hatten, waren sechs Wochen Dauerregen. Und ich denke deswegen daran zurück, weil sich dieser Spuk Gott sei Dank nicht wiederholt hat. Ab Ende Februar war schönstes Frühlingswetter bis hin zu 20 Grad und Sonne pur, dass man bereits Farbe im Gesicht bekommen hat. Gestern habe ich mir dann auch endlich mal den Garten vorgenommen. Es ist unglaublich, was da innerhalb der Wintermonate an allen Ecken sprießt! Da sind Brennnesseln, die einen bis zu 80cm hohen Teppich bilden! Und Disteln und Pflanzen mit kräftigen Stämmen und blauen Blüten zwischen den Weinreben! Und irgendwelche Bodenbedecker mit gelben Blüten, die kein Mensch in letzter Zeit gesät hat. Ohne Ende Bambustriebe. Und irgendeine Pflanze drückt mehrere Platten der Marmortreppe im Garten nach oben. Irgendwie war mir gar nicht aufgefallen, dass da ein richtiger Urwald entstanden war. Wenn man das jeden Tag sieht, werden die Unterschiede zum Vortag leicht unsichtbar. Mehrere Meter Gestrüpp habe ich bekämpft, ich komme jetzt wieder zu meinem Lavendel und meinen Margeriten durch und beide Pflanzen sind dermaßen gewachsen, dass ihr Umfang zwei- bis dreimal so groß ist wie zu dem Tag vor etwa einem Jahr, als ich sie erstanden habe. Auch der Oleander ist gewachsen und hat vor kurzem erst irgendwelche Hülsen mit Samen im weitesten Sinne fallen lassen. Wobei die auf dem Betonboden kaum etwas ausrichten werden. Auch der Pfefferminz ist wieder da und sprießt üppig zwischen den vertrockneten Zweigen von letztem Jahr hervor. Ich habe gestern auch zum ersten Mal wieder gegossen und kam mir fast vor wie der erste Mensch. Natürlich hatte ich den ganzen letzten Sommer damit verbracht jeden Morgen in aller Frühe literweise Wasser zu gießen und jetzt wunderte ich mich tatsächlich unterschwellig, wieso die Bougainvillea und die Azalee so trocken aussahen. Welch Wunder nach 4 Wochen ohne Regen! Ich gab mir einen innerlichen Ruck und notierte im Geist, dass das Leben nun auch wieder draußen stattfindet, dabei lag ab dem späten Nachmittag so eine seltsame Stimmung in der Luft. Und es kam wie es kommen musste - kaum wollte ich wieder regelmäßig gießen, kündigte sich für heute schon ein Wolkenbruch an. Noch regnet es sehr in Maßen, aber man merkt am Geruch, dass es kein winterlicher Regen ist. Dieser Regen riecht wieder nach Sommer! Und er ist warm. Ich konnte es kaum glauben, als ich heute gegen 8:30 den vollen Einkaufswagen aus dem Supermarkt schob. Apropos Supermarkt: wart ihr schon mal freiwillig so früh einkaufen, dass das Brot noch vom Ofen warm war? Herrlich ist das...


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