Sunday, April 20, 2014

Che noia...

Meeeine Güte, was ist denn bloß los? Gerade ich, der nie langweilig ist, kämpft aktuell Tag für Tag mit einer Langeweile, die sich gewaschen hat. Und damit zusammenhängend mit einer bleiernen Müdigkeit. Und ich frage mich berechtigterweise WOVON eigentlich. So passiv bin ich in Italien noch nie gewesen. Aber es macht mir gewaltige Mühe früh aufzustehen, so dass ich entweder den Wecker abstelle und wie ein Stein weiterschlafe oder aber ich liege halbwach herum, schaue fern und kämpfe bis zu zwei Stunden lang mit mir, bis ich mich endlich aufraffe und dann aus dem Schlafzimmer schlurfe. Dann mache ich mir einen Kaffee, ignoriere die Schmutzgeschirrpyramide und suche in den letzten Ecken noch nach einer sauberen Tasse. Dann setze ich mich an den Tisch und werfe den Laptop an. Und ab dann tue ich praktisch nichts mehr. Ich habe keine Lust mich fertig zu machen, keine Lust aufzuräumen, keine Lust zu kochen, keine Lust mit dem Hund rauszugehen, keine Lust auf Einkaufslisten, keine Lust irgendetwas Berufliches zu tun, keine Lust Mails zu beantworten, keine Lust auf Blogeinträge, nicht mal Lust zu lesen. Die Aufgaben hier stapeln sich und werden täglich mehr und wie reagiere ich darauf? Gar nicht! Gestern habe ich mich sage und schreibe um 18 Uhr endlich aus dem Pyjama geschält und erstmal in einen Menschen verwandelt. Und gleichzeitig wenn mich jemand um etwas bittet, eine Rückmeldung, irgendwelche Angaben, irgendetwas, das erledigt werden muss, dann sage ich, dass ich es sobald wie möglich tue und dabei bleibt es dann. Und all die Aufgaben, die an sich Peanuts sind, erscheinen kaum zu bewältigen zu sein. Ich habs natürlich gleich erstmal auf den Hund geschoben. Wegen ihm komme ich zu nichts, wegen ihm kann ich nicht losziehen und zig Dinge erledigen und er beschäftigt mich den ganzen Tag über. Aha, meinte meine bessere Hälfte und brachte am Donnerstag den Hund zu den Großeltern. Prima, dachte ich, jetzt kann ich mal so richtig anpacken. Ich hatte ein wichtiges Interview zu erledigen und kaum war das zur Mittagszeit beendet, saß ich dann wieder da - und tat nichts. Ich wollte noch zum Supermarkt oder zumindest das Haus auf Vordermann bringen oder aber den Esstisch mal von all dem Papierkram befreien. Nichts davon wurde auch nur begonnen! Mit viel Überwindung hab ich schließlich das Bett neu bezogen und war fast schon stolz darauf. Und das wars für den Tag. Ohne Worte, dazu fällt mir echt nichts mehr ein. Ich kenne so eine Passivität nur aus den Zeiten des Burnouts, was jetzt natürlich kein gutes Zeichen ist. Und von wegen der Hund ist dran schuld. Die meiste Zeit des Tages liegt er schlummernd auf dem Sofa oder unter dem Esstisch und wenn er spielen will, dann spiele ich eben mit ihm. Aber wenn er schläft, dann wäre ich ja frei etwas Sinnvolles und Dringliches zu tun, aber wenn er schläft, dann schaue ich ihm beim Schlafen zu. Und dann KANN ich ja nichts anderes tun. Che barba! Che noia! Inzwischen haben mich schon Freunde beruhigt und gesagt, dass ich in den letzten Monaten sehr viel geleistet hätte und vielleicht gerade die Luft raus ist. Und dann steht ja auch noch ein Umzug an. Also stellt man natürlich die Aufgaben des Hauses hier erstmal in Frage. Vieles ist eh schon gepackt. Und so kommt eines zum anderen. Aber was erstaunlicherweise immer noch inspirierend wirkt und die Batterien auftankt? Nach dem Dinner noch einmal als ganze Familie durch den stillen Ort wandern, die Burg angestrahlt und das Meer glitzern zu sehen...


5 comments:

  1. Vielleicht mal so richtig ausschlafen?

    LG Rita

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  2. Oje, gönn dir mal eine Pause!!!
    beste grüße aus Wuppertal

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  3. Ißt Du vielleicht das falsche?

    Gruß, Sandra

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  4. Ich habe echt keine Ahnung. War heute auf einem Picknick und nichts da mit Müdigkeit, aber kaum Zuhause bekomme ich wieder nichts erledigt. Bin jetzt sogar zu müde um vom Tisch aufzustehen...aber müde im allumfassenden Sinne. Ich könnte jetzt nicht schlafen. Ist vielleicht mehr so eine Starre als Müdigkeit...

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  5. Nichts erzwingen, das geht bestimmt von selbst vorbei!

    Hugs, Anita

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