Monday, March 10, 2014

Viele, viele Zitronen...

Es kann einem nie recht gemacht werden, ja, so ist es doch. Erst beschwert man sich, wenn nichts da ist, dann auf einmal hat man zu viel und das ist einem dann auch wieder nicht genehm. Und genau so geht es mir jetzt mit den Zitronen. Erst wurden sie einfach nicht reif - das ist halt so, dass die Ernte erst im Winter stattfindet (zumindest bei der Sorte unserer Bäume), und jetzt quellen die Äste dermaßen über, dass man mit der Verarbeitung der Zitronenberge gar nicht hinterherkommt. Ich hatte ja fast schon versucht alles einfach zu ignorieren, wenn ich meine zwei bis drei Zitrönchen pro Woche gepflückt habe, aber der Nachbar meinte es dann gut und pflückte vor einigen Tagen einfach mal alles ab, was an den Zweigen hing, die über seinen Zaun ragten. Und das Ergebnis davon hängte er mir in vier großen Plastiktüten an die Haustür. Argh! In Ordnung, erst mal in den Keller gelegt, dachte ich doch fast, das Problem Großernte würde sich von allein lösen. Irgendwann trug ich die Säcke dann schuldbewusst in die Küche und eines schönen Tages dann gab ich mir einen Ruck, wusch den kompletten Inhalt und legte ihn schön säuberlich in den Kühlschrank. Von den Ästen draußen mochten zwar schon die nächsten Früchte fallen, aber diese hier hatte ich gerettet. "Wir haben viel zu viele Zitronen im Kühlschrank, der Einkauf passt nicht mehr rein!" beschwerte sich meine bessere Hälfte nur kurz darauf und das stimmt vollkommen, also mussten jetzt richtige Lösungen her. Für einen Durchgang Limoncello brauche ich nur 25 Zitronen, also was gab es noch? Auspressen und den Saft als Eiswürfel einfrieren, las ich. Nette Idee, aber auch das Gefrierfach gibt nicht so viel her, als dass ich dort mehrere Liter Zitronensaft lagern könnte. Mit Essig in ein natürliches Putzmittel verwandeln, las ich dann. Okay, das klang interessant. Aber irgendetwas klappte daran nicht ganz. Ich hatte beim Mixen eine unglaubliche Schweinerei veranstaltet, den Entsafter völlig verklebt und am Ende ärgerte ich mich laufend über Zitronenfasern am Putzschwamm. Der Fußboden ging zwar gut sauber, aber er wurde auch höchst rutschig und so war ich froh als ich den Versuch letzten Endes wieder aufgab. So ein Ärger. Vom letzten Limoncello hatte ich noch einen ganzen Liter Zitronensaft im Kühlschrank, also wollte ich nicht schon wieder neuen Saft herstellen. Zitronenplätzchen, Zitronenkuchen und Lemoncurd, waren die nächsten Empfehlungen. Lemoncurd, was war das eigentlich? Oh je, ein englischer Zitronenaufstrich, bestimmt wahnsinnig lecker, aber auch wahnsinnig gehaltvoll. Ich nahm mir vor das mal irgendwann zu probieren, aber nicht gleich jetzt. Zitronenkuchen..ok, kennt man, sehr lecker und lange nicht mehr gegessen. Das würde ich jetzt in Angriff nehmen. Und Zitronenplätzchen (saftig und weich stand dabei!). Und das Ergebnis? Der Kuchen ist mir leicht verbrannt, aber dennoch gut zu essen gewesen. Und die Plätzchen sahen zwar wahnsinnig unspektakulär aus, aber waren ein Gedicht!! In Ordnung, ich hatte dazu große Mengen an Butter und Rohrzucker verwenden müssen, aber hey, da waren immerhin auch Schale und Saft von zwei biologischen Zitronen verwertet worden, damit also fast schon gesund UND ich hatte die Ernte wieder ein klein wenig minimiert. Und der Rest? Ich tippe auf noch gute fünf Kilo, die da saftig frisch im Kühlschrank warten und als ich schließlich auf ein ganzes Netz alt werdender Orangen im Obstkorb blickte, da fasste ich mir ein Herz: jetzt wird doch alles ausgepresst, mit Orangensaft vermischt und gnadenlos weggetrunken! Denn - und so las ich dann auch - verfügen Zitronen nicht nur über wahnsinnig viel Vitamin C, sie sind auch randvoll mit Antioxidantien, helfen der Verdauung auf die Sprünge, helfen bei Husten und sollen auch noch desinfizieren. Dann also nichts wie runter mit dem guten Zeug!




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