Friday, March 21, 2014

Erst die Arbeit I

Was hatte ich versprochen? Mich gleich am Tag nach meinem letzten Posting wieder ausführlich zu melden? Ja, Pustekuchen! Ich weiß auch nicht, was diesen März los ist, aber die Tage fliegen nur so an mir vorbei und der Arbeitsstrom lässt einfach nicht nach. Aber es fühlt sich gut an, lebendig und intensiv und man hat das Gefühl etwas bewegen zu können. Wenngleich mir in den letzten Wochen der Anteil des Home Office Arbeitens dann doch etwas zu viel geworden war. Irgendwann braucht man etwas Chaos um sich herum, einen Tapetenwechsel, unmittelbaren Kontakt zu den Kooperationspartnern und nicht immer nur per Mail, Skype oder Telefon. Und da kam mir der Businesssamstag in Genua sowas von gelegen. Es hatte mich einige Mühe gekostet die verschiedenen Termine zu koordinieren und alles unter einen Hut zu bringen, aber ich möchte nicht mehrfach die Woche diese Strecke im Zug fahren und so lag es nahe einen Trip dann auch richtig vollzupacken. Das fing damit an um 7 Uhr am Bahnhof zu sein und den InterCity nach Genua zu nehmen. Das bedeutete für mich den Wecker auf 5:20 zu stellen um halbwegs in Ruhe alle Unterlagen packen und mich fertig machen zu können. Wenn man bedenkt, dass ich freiwillig morgens mit meiner besseren Hälfte kurz nach 6 aufstehe und dann anfange zu arbeiten, dann sollte auch 5:20 kein Problem sein, gerade wenn man abends rechtzeitig Schluss gemacht und dann bombig geschlafen hat. Allerdings hatte ich so bombig geschlafen, dass ich mich mit dem Wecker um 5:20 sowas von überhaupt nicht identifizieren wollte. Ich habe ihn gehört, nervig gefunden und abgedrückt. Und selig weiter geschlafen. Für mich ein klares Zeichen dafür, dass ich den Tag nicht wirklich mit Spannung erwartete, denn normalerweise kann ich vor aufregenden Tagen ganz und gar nicht schlafen und schaue stattdessen alle paar Minuten auf die Uhr, immer im Glauben, ich hätte längst verschlafen. Und diesmal schlief ich den Schlaf der Gerechten und ärgerte mich schon, als meine bessere Hälfte mich mit Nachdruck anstupste. Was fiel dem ein, sollte er doch aufstehen und seinen Kaffee selbst machen, immerhin musste ICH ja nicht aus dem Haus - ach halt! Nun ja, der Schock saß dann tief, als ich hörte ich hätte übelst verschlafen und es sei 6:10 und um 6:30 müssten wir um jeden Preis aus dem Haus gehen. In so einer Windeseile hatte ich mich schon lange nicht mehr fertig gemacht und in so einem Zustand hatte ich das Haus auch schon lange nicht mehr verlassen. Ausgerechnet heute!!! An jedem anderen Tag hätte ich verschlafen können, aber ausgerechnet heute tat ich es! Meine Laune war im Keller und im Auto vervollständigte ich das Werk so gut es ging und die Sonnenbrille musste verdecken, was keine Frisur mehr hatte werden können. Toll auch! Aber so langsam besserte es sich wieder. Die Hauptsache war ja gewesen, dass ich den Zug bekommen und nichts Wichtiges zu Hause liegen gelassen hatte. Ich hatte sogar mein Handy aufgeladen, es hatte Guthaben und Internet, ich hatte alle Adressen dabei und mir nochmal alle Termine bestätigen lassen. Das Wetter war traumhaft schön, der Zug fast pünktlich und sogar meine bessere Hälfte war gut gelaunt. Eine Station vor mir stieg er aus um zur Arbeit zu gehen und ich tauschte nun eine Reihe von SMS mit meinem Agenten aus, der mit seinem Geschäftspartner aus Turin unterwegs war und im Stau gesteckt hatte. Ich umrundete den Hauptbahnhof bis ich eine Stelle gefunden hatte, die nach Haupteingang aussah und keine fünf Minuten später wurde ich auch schon abgeholt. Pünktlich um 10 würden wir im Tonstudio ankommen, das lief ja wie am Schnürchen...


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