Monday, March 3, 2014

Das lag nur am Merkur...

Nun mal raus mit der Sprache: wer hat die letzten drei Wochen auch nichts richtig gebacken bekommen? Mich hatte eine Bekannte schon vorgewarnt: der Merkur ist rückläufig in der Zeit vom 7. bis zum 28. Februar. Ich hab's zwar auch mit Sternzeichen und so, aber auf eine Planetenkonstellation dieser Art habe ich grundsätzlich mal nicht so viel gegeben. Bis ich mehr und mehr Beschwerden hörte. "Die Leute um mich herum benehmen sich wie die letzten Idioten!", "Ich bin einfach nur schrecklich müde", "Egal, wie ich mich anstrenge, nichts klappt!". Und ich konnte mich erstaunlicherweise so gut darin wiederfinden. "Der rückläufige Merkur, ich hatte dich doch gewarnt!", hieß es dann wieder. Und ich begann nachzuforschen. Der rückläufige Merkur soll die Kommunikation stören, elektronische Geräte geben wie von Zauberhand den Geist auf und überhaupt sei es eine Zeit der Rückbesinnung und des Aufräumens. Alte Projekte könnte man abschließen, aber für Neues sei die Zeit nicht reif. Es sei eine Zeit des In-sich-Kehrens, der Reflexion und des Aufarbeitens. Tja, was soll ich sagen, je mehr Leute mir von diversen Dramen berichteten, desto häufiger antwortete auch ich "Das muss der rückläufige Merkur sein!" Kommunikation? Aber hallo, die verrücktesten "Unterhaltungen" hatte ich in dieser Zeit, Leute, die spontan ganz andere Dinge von sich gaben als nur kurz zuvor, eine normale Kommunikation war sehr oft gar nicht möglich. Und das bei Leuten, mit denen man immer schon gut zusammengearbeitet hat oder Leuten, die man in- und auswendig kennt. Und überhaupt, ich hatte auch den Eindruck selbst kaum vorwärts zu kommen. Dabei war ich jeden Tag voll involviert. Aber irgendwie tat sich nichts Bahnbrechendes. Im Gegenteil, es schienen einem eher neue Steine in den Weg gelegt zu werden. Rund eine Woche vor Beendigung jener Phase gab ich einfach auf. Das musste jetzt ausgesessen werden, ich kümmerte mich um meinen Projektplan und erledigte davon so viel wie möglich, aber unendlich müde war auch ich und unendlich langsam nur kam ich voran. Am schlimmsten dann der 28., der letzte Tag dieser ausbremsenden Phase: mit Mühe und Not saugte ich einmal das Haus durch und übte eine Stunde lang Französisch. Und das beschäftigte mich den ganzen Tag hindurch, ich war sogar fast schon stolz darauf. Phasen gehen vorbei und so wartete ich mit Hochspannung darauf, dass es endlich März wurde. Die Selbstreflexion hatte sich bei mir übrigens auch völlig ohne Kenntnis über diese Merkurphase eingestellt. In diesem ganzen zähen Fluss erkannte ich auf einmal einige Punkte in meinen Wesen oder meiner Arbeitsweise, die mir noch nie zuvor wirklich aufgefallen waren. Und die ich seitdem angegangen bin. Also - so passiv mir der halbe Februar auch vorgekommen sein mag, so hatte er dennoch seine Daseinsberechtigung. Und das Wunder vollzog sich gerade noch mit Beginn des neuen Monats: gleich am Samstag, den 1. März, erledigte ich - als wäre es nichts - schon zwanzig Punkte meiner Märzliste. Also, lieber Merkur, ich glaube beim nächsten Mal, wenn du wieder rückläufig bist, stelle ich mich rechtzeitig darauf ein...


3 comments:

  1. Ich hatte auch eine verhexten Februar :D VG Dinah

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  2. Kaputte Technik wüsst ich jetzt net aber in der Kommunikation hats bei mir im Februar auch gehakt -_-
    Bussi, die Bine

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  3. Mein Februar schien normal, war jetzt aber nicht der Burner.

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