Monday, February 24, 2014

Wie aus dem Bilderbuch...

Manchmal übertrifft es sich ja selbst, das Leben. Vielleicht als Ausgleich für die ganzen Hürden, Probleme, Enttäuschungen und Frustrationen, die es auch so bereit halten kann. Aber nach einem wunderbaren Sonntag und Feier bis tief in die Nacht morgens um 8:30 völlig von selbst und völlig ausgeschlafen aufzuwachen, das ist bereits ein toller Start in den Tag. Kaffee gekocht und gesehen, dass das Wetter draußen einem Bilderbuch entsprungen ist: ein wolkenloser Himmel in strahlendem Blau, Vogelgezwitscher, eine warme Sonne und kristallklare Luft. Und der erste Gedanke: Jetzt muss ein Tiramisu her! Mascarpone mit Eiern und Zucker verrührt und im Zusammenspiel mit Pavesini und Amaretto zu einem Desserttraum zusammengefügt, der sich gewaschen hatte. Gute 3000 Kalorien birgt der sahnige Schüsselinhalt und wann immer ich es zubereite, kann ich jedes Mal aufs Neue nicht glauben, wie überirdisch gut das schmeckt. Ab in den Kühlschrank damit und bis zum Mittagessen gewartet. Das Haus war vom Samstag noch in einem wunderbar aufgeräumten und gesäuberten Zustand, auch das schien beinahe unwirklich zu sein. Gute zwei Stunden in die Übersetzungsarbeit gesteckt, dann als Familienidyll einen Spaziergang mit Hund durch den Ort gemacht. Der Frühling in der Luft, einige Häuser waren wohl neu gestrichen worden, hier und da wurde gearbeitet, dabei war es beinahe ruhig. Der Rosmarin steht überall in Blüte, ebenso die Zierquitte. Zitronen- und Orangenbäume biegen sich in jedem dritten Garten unter ihrer erntereifen Last. In einem Garten sprudelte ein kleiner Brunnen. Gaaaanz tief eingeatmet! Soooo schööön! Kurz vor 1 Uhr mittags wieder daheim, und Schwiegermutters Dinkel-Bohnen-Suppe von gestern aufgewärmt. Wieso schmecken aufgewärmte Eintöpfe immer nochmal so gut? Zeitung gelesen, Mails beantwortet und eine große Schüssel Tiramisu zum Nachtisch. Zum Niederknien. "Che bella giornaaaataaaaa" schwärmt auf einmal meine bessere Hälfte von der anderen Seite des Tisches. "Oh jaaaaa", stimme ich mit ein. "Komm wir gehen in den Hundepark!" Ich war skeptisch, ob das eine so gute Idee war, denn Ludwig war nicht mehr in die Hundeparks gegangen, seitdem er erwachsen geworden war und mit den anderen Männchen Streit angefangen hatte. Aber es war beinahe noch Mittagszeit, vielleicht war niemand da. Wir nahmen den kleinen hier im Ort, der so wunderschön gelegen war. Eine Hündin war dort, Glück gehabt! Eine gute halbe Stunde schien es als hätten wir die Zeit zurückgedreht: Ludwig rannte mit wehender Zunge hinter der American Pitbull-Dame her, genoss das hohe Gras und den großen Auslauf. Ich genoss die Umgebung, die irgendwelche sehr angenehmen Erinnerungen hervorruft. Irgendein Gemisch aus Urlaubsimpressionen und Sehnsuchtsorten, irgendetwas aus Büchern oder der eigenen Vorstellungskraft. Dazu dieser Frühlingsduft. Herrlich! Ja, so einen Tag hatten wir uns verdient. Mit seeligem Blick schauten wir Ludwig beim Spielen zu, warfen Bälle und hoben Häufchen auf, heute war einfach alles schön. Ein jähes Ende fand unser Aufenthalt als eine gehirnlose Dame mit Bullterrier den Park betrat und wir Ludwig gerade noch rechtzeitig einfangen und wegbringen konnten. So Leuten müsste eigentlich das Wahlrecht entzogen werden. Voller Wut im Bauch habe ich mich schon mal ins Auto gesetzt, während meine bessere Hälfte noch einen Plausch auf dem Gehweg hatte. Aber als ich Ludwigs glückseligen Gesichtsausdruck sah und er im rasenden Tempo hechelte und mir einmal mit der Zunge über das Gesicht fuhr, da wusste ich, dass er den Ausflug sehr genossen hatte! Einen Kaffee in der Bar auf dem Weg nach Hause und dort angekommen noch eine weitere Portion Tiramisu. Und mehrere Kapitel im Italienisch-Grammatikbuch bearbeitet. "Was meinst du - zum Aperitiv zu Massimo später?" stellte ich in den Raum. Wir entschlossen uns bis nach der Gitarrenstunde zu warten, damit wir auch keinen Zeitdruck hätten und in aller Ruhe einen Campari oder Ähnliches schlürfen können. Und heute Abend noch eine DVD im Bett schauen...immer noch mit seeligem Gesichtsausdruck. Hach ja...


No comments:

Post a Comment