Friday, February 14, 2014

Von Herrschern und Akzenten...

In Rom soll sich angeblich noch heute rechtskräftig etwas tun zum Thema Regierungswechsel. Naja, Wechsel, ein neuer Name, eine neue und noch dümmere Visage und am Ende des Tages der selbe Mist, der auch schon zuvor verzapft wurde. Wer rechnet denn wirklich mit irgendetwas Positivem? Bislang habe ich noch keinen einzigen euphorischen, oder steigen wir mal nicht ganz so hoch ein, positiven Kommentar zu den aktuellen Geschehnissen gelesen. Dafür weiß ich seit gestern, dass auf lokaler Ebene sich die Leute hier im Ort sogar freiwillig von einem Hund regieren lassen. Nämlich von unserem. Nach einigen Wochen betrat meine bessere Hälfte in Begleitung von Ludwig unsere Stammbar um die Ecke und was riefen die anwesenden Nachbarn von nah und fern? "È tornato il boss!!!" Nein, sie meinten nicht meine bessere Hälfte, sie meinten Ludwig. Denn Ludwig sei nicht nur eine Ortsberühmtheit inzwischen, nein, etwa jeder Zweite zeigte auf dem Telefonino die Fotos, die sie von Ludwig am Fenster gemacht hatten. Fenster? Ach was, Balkon seines Regierungssitzes und Kanzel in einem. Der Ort, von dem aus unser Peloso die ganze Nachbarschaft überblickt, kommentiert und regiert. Und die Nachbarschaft lässt sich das auch noch gerne gefallen. Soweit sind wir hier schon. Vom Ego her kann Ludwig leicht mit den Pappnasen in Rom mithalten, nicht umsonst hatte er den Sommer schon damit verbracht, abends mit hocherhobenem Haupt die Gassen der Nachbarschaft zu durchqueren und seine Duftmarken mit einem Gesichtsausdruck von "I declare this land mine" zu setzen. Die Arroganz wollten wir ihm noch abgewöhnen, auch der Trainer hatte noch gesagt "Er muss lernen, dass er nicht der König der Welt ist" - nun, das können wir vergessen und wenn unser Hundesohn bald Rom regieren sollte, dann werde ich froh sein, ihn nicht aufgehalten zu haben.
Ein ganz anderes Thema, was mich gerade beschäftigt, ist die Frage nach dem Akzent bei Fremdsprachen. Man spricht immer mal wieder darüber, aber neuerdings bin ich auf mehr und mehr Personen gestoßen, die sagten, sie seien stolz auf ihren deutschen Akzent (das musste ich erstmal schlucken!) oder aber sogar Aussagen wie: "Ich lebe jetzt schon 20 Jahre in Italien und habe meinen Akzent leider (!) inzwischen verloren!" Wie kann man denn da bloß "leider" sagen?! So ein undankbares Volk! Da sollten sie dem Herrgott auf Knien danken, wenn sie keinen Akzent (mehr) haben und da fühlen einige darunter tatsächlich Bedauern? Ich habe ja so meine Zweifel, dass der Akzent wirklich vollständig verschwunden ist, aber wenn dem wirklich so sein sollte, dann verneige ich mich vor diesen Menschen voller Anerkennung und Neid. Ich sage ja, würde ich mich nicht so entsetzlich meines Akzentes schämen, würde ich auch noch viel mehr sprechen da draußen. Denn der deutsche Akzent ist auch noch wahnsinnig hässlich, meiner Meinung nach und ja, ich bin sogar der Meinung, dass er lächerlich klingt. Mögen auch noch so viele stolz auf ihren sein, mein Kampf den meinigen zu verlieren, wird einfach nicht aufzuhalten sein. Und damit wünsche ich allen einen schönen Valentinstag!!!


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