Monday, January 20, 2014

Typisch deutsch oder typisch italienisch???

Immer wenn jemand sich hier über Deutsche aufregt und ich mich dann im Gegenzug über die jeweilige Person aufrege, dann gibt es immer mehrere Wege, wie sich dieser Konflikt dann weiter entwickelt. Eine Variante ist, und die kam häufiger als erwartet vor, dass man mir dann sagte "Aber Cat, du bist in Wirklichkeit doch selbst halb italienisch." Da ist was dran, in gewisser Weise. Mich beruhigt so eine Antwort in so einem Moment nicht immer völlig, aber sie gibt mir zu denken. Ich sagte in den vergangenen Monaten häufiger, dass ich mich in Italien recht deutsch fühle und in Deutschland recht italienisch, rein charakterlich und kulturell gesehen und im Grunde sagt eine solche Reaktion verschiedener Italiener, dass da offenbar was dran sein muss.
Halb und halb oder auch einfach nur situationsbedingt. Hier in Italien entwickle ich mich zu einem Organisationstalent, das im Vergleich zur Umgebung unglaublich schnell dazulernt, praktisch und lösungsorientiert denkt und die neuen Erkenntnisse gleich in die Tat umsetzt. Dadurch fühle ich mich sehr leistungsstark und ganz vorne mit dabei. Mir hilft natürlich der Umstand, dass meine Umgebung diese features durch die Bank eben nicht hat. Ihre Reaktion ist oftmals überrascht, teils überfordert, teils beeindruckt, teils irritiert. Heute, als wir einen Versicherungsfritzen da hatten, da bat er mich um eine Kopie meines Ausweises und mit diesem Auftrag bin ich schnurstracks in mein Arbeitszimmer gegangen, habe den Kopierer angeworfen, die Kopieroption auf die hellste Einstellung gebracht und meinen Ausweis von vorne wie hinten kopiert. Um ganz sicher zu gehen, dass man die Angaben auch gut lesen kann, habe ich auch gleich noch mal eine Kopie in der Größe von 200% gemacht und meine Daten noch mal auf italienisch übersetzt darunter geschrieben. Nach zwei Minuten war ich wieder da und überreichte meinen kleinen Stapel mit dem Hinweis, dass ich es auch nochmal anders kopieren könnte, falls es nicht ok sei. Der Mann starrte auf den Stapel mit Angaben und die vergrößerte Kopie und sagte verblüfft: "Eh, tedesca! Proprio tedesca! Bella precisa!" Er erklärte dann noch, dass er gar nicht damit gerechnet hätte, dass ich die Kopien gleich mache und dann auch noch einmal vergrößert und heller auch noch, also an alles gedacht und das wäre ihm noch nie passiert und überhaupt er hätte erwartet, dass er mir mehrfach erklären müsste, was er jetzt an Angaben bräuchte und dass wir die dann in mühevoller Kleinarbeit zusammen tragen würden. "Wieso, ich hab doch einfach nur meinen Ausweis kopiert", meinte ich ebenso verständnislos, fühlte mich aber gleich wieder so exotisch im Raum mit meiner besseren Hälfte und dem Versicherungsfritzen, die beide mit den Schultern zuckten und sich mit angedeuteter Anerkennung "eh sì, tedesca" zuriefen.
Als Exot fühlt man sich selten wohl und ich habe auch einige Stunden über diesen Vorfall nachgedacht, ehe ich heute Abend von einem Extrem ins andere fallen konnte und schließlich noch bewies, dass eine stereotype Italienerin in mir steckt.
Ein Freund, der sich eine gebrauchte Gitarre in Deutschland kaufen wollte, bat mich um die Übersetzung einiger Angaben, die er auch mit der Hilfe von google translate einfach nicht verstehen wollte. Bella precisa habe ich ihm in nur einer Minute eine relativ akkurate Übersetzung hingelegt, und merkte, dass er sich zu einem passenden Kommentar hinreißen lassen wollte, als er grinsend meinte, ob er mir für die Hilfe eine schriftliche Rechnung (fattura) ausstellen sollte. "Col cavolo! Lo facciamo sotto banco, non ti preoccupare, ti faccio anche un prezzo di favore, dammi un millino e siamo pari. Lo paghi in contanti o carta di credito?" (Von wegen! Das machen wir unter der Hand, keine Sorge, ich mache dir auch einen Freundschaftspreis, gib mir ein Tausenderchen und dann stimmts so. Zahlst du bar oder mit Kreditkarte?) Jetzt hatte ich zum zweiten Mal einen Italiener verblüfft, allerdings diesmal mit dem Kontrastprogramm: "Alle Achtung, wo hast du so schnell den italienischen Stil gelernt? Ich hab's doch immer gewusst, in dir steckt eigentlich eine waschechte Italienerin!"
Ja, was zwölf Stunden so ausmachen können, um von einem Extrem ins andere zu fallen. Auch wenn es die eigene kulturelle Zugehörigkeit noch immer nicht klärt, so kann man am besten wieder auf die Reaktion zurück greifen, die wohl am geeignetsten scheint: "in Wirklichkeit bist du halbe halbe..."


1 comment:

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