Thursday, December 5, 2013

Wie eine Theaterkulisse...nur noch viel schöner...

Holz für den Kamin ist gesägt und wartet bereits im Keller, das Abendessen ist gekocht, für den Hund ist gesorgt, die Weihnachtspost geschrieben, die Zeitung gelesen, alle Termine sind bearbeitet, was jetzt noch nicht fertig ist, wird ohne Umschweife auf morgen verschoben. Der Feierabend wird eingeläutet und Ruhe kehrt ein. Noch einmal mit dem Hund auf eine kleine Gassitour die Straße hinauf, ehe die Serpentinen hinter der Kurve verschwinden. Während Ludwig am Seitenrand langes Gras frisst, schaue ich mir die Aussicht an und mal wieder ist es so völlig überwältigend (s. auch Eintrag "Ein Million Dollar Ausblick"). Die ersten Autos, die aus Richtung Carrara auf der Heimfahrt sind, halten natürlich nicht an, auch wenn sie es eigentlich sollten; aber zu schnell ist der Eindruck schon wieder vorbei, wenn man sich auf der Fahrt befindet. Nur beim Stehenbleiben kann man wirklich alles auf sich wirken lassen und mal wieder hätte man eine herausragende Kamera gebraucht um diesen Moment einfangen zu können: links die Ausläufer der Apuanischen Alpen mit ihren Dörfern und einzelnen Häusern auf verschiedenen Höhen, so dass die Berge übersät sind mit kleinen Lichtern, die angestrahlte Burg an zentraler Stelle, ehe die Stadt beginnt, dann ein wahres Lichtermeer des Zentrums, das sich bis zum Horizont zieht, an dem man um diese Uhrzeit gerade noch das Meer als breiten Streifen in einer anderen Schattierung als den Himmel erkennt. Auf den zwei sichtbaren Brücken in einiger Entfernung bewegt sich eine Reihe gelber Autolichter langsam nach schräg links, während im Hintergrund aus Richtung Livorno verschiedene Lichter von Leuchttürmen regelmäßig aufleuchten und wieder im Dunkel verschwinden. Weiter rechts am Meer vorbei die nächste kleine Hügelkette mit den Weinbergen, die man um diese Uhrzeit nicht mehr sehen kann, aber um so besser konnte man die klare, dünne Mondsichel direkt über den Hügeln erkennen und gleich daneben am scheinbar sternenlosen Himmel die kräftig leuchtende Venus, die mit den Lichtern aus der Stadt um die Wette strahlte. Und unter uns das kleine Seitental, gerade ausreichend illuminiert um die Wege und Häuser alle zu erkennen, und wie eine Theaterkulisse standen die höchsten Häuser mit ihrer indirekten Beleuchtung aus dem Tal genau in der Mitte der ganzen Szenerie und all das in seiner Gesamtheit hätte ein wirklich zauberhaftes Kalenderblatt im Großformat abgegeben. Und all diesen Zauber eintauschen gegen das durch und durch scheußliche und hässliche Genua? Vorstellen kann ich mir das nicht...


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