Friday, December 13, 2013

Und zwischendurch Santa Lucia...

Eigentlich dürften wir das gar nicht feiern, denn laut Internet findet dieses Fest nur in Skandinavien und Ungarn statt. Dennoch habe ich meine Schwiegerfamilie an Santa Lucia kennengelernt und bin seitdem auch jedes Jahr bei der Feier am Abend vor dem 13. Dezember dabei. Für die Großsippe ist das so eine Art vorgezogenes Weihnachtsfest, denn es handelt sich um eine Massenveranstaltung von bis zu 50 Personen, die schließlich Weihnachten allesamt im kleineren Kreis feiern. Weil meine Schwägerin aber letztes Jahr umgezogen ist und nur sie wirklich Platz für so viele Gäste zur Verfügung stellen konnte, waren wir dieses Jahr wieder bei meiner Schwiegermutter und lediglich mit 15 Personen und zwei Hunden. Traditionell ist die Familie an diesem Abend haufenweise pfannkuchenartige, dünne Fladen aus Kastanienmehl, die zwischen runden Platten auf dem Herd gebacken werden und dann mit verschiedenen Käse- und Wurstsorten belegt und zusammengerollt wie ein Wrap gegessen werden. Dazu gibt es jede Menge Wein aus dem lokalen Anbaugebiet und zum Nachtisch den ersten Panettone des Jahres, der mit Champagner vertilgt wird. Hin und wieder gab es auch kleine Geschenke, die irgendwer für alle mitgebracht hat, Weihnachtsbaumschmuck oder Süßigkeiten. Vor zwei Jahren bekam ich ein paar Ohrringe. Dieses Jahr waren es Confetti, die Mandeln mit Zuckerguss. Aber eines ist jedes Jahr gleich: wenn man schließlich geht, ist man in jeglichem Sinne voll. Mit Wein und Champagner und mit Pfannkuchen. Und so rollt man dann raus und ist der Meinung, dass das Fest doch wieder ganz nett gewesen ist. Dieses Mal waren die Hauptthemen Hunde und die politische Lage. Zu ersteren waren alle derselben Meinung, denn jeder der Anwesenden hatte mindestens ein Exemplar zu Hause oder in der Vergangenheit zu Hause gehabt. Zum zweiten Thema gingen die Emotionen höher. Wer alles koordiniert, wohin alles führt, welche Rolle Grillo spielt, wer außer den Forconi noch da draußen auf den Straßen ist, wer welche Blockade selbst miterlebt hat, was geschehen muss um eine echte Veränderung zu bewirken, welche Konsequenzen es hatte, dass die Polizei sich den Demonstranten angeschlossen hat und wie groß die Angst der Politiker jetzt wirklich ist. Richtig festlegen wollte sich niemand, aber es hat auch niemand abgestritten, dass eine große Veränderung kommen muss, wenn das Land eine Zukunft haben soll. Unterdessen gehen die Proteste weiter und aktuell scheint sich ein Marsch auf Rom zu formieren. Es lohnt sich auf dem Laufenden zu bleiben...


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