Tuesday, December 3, 2013

Friedlich schlummern...

...die Tage vor sich hin. Eine gewisse Gemütlichkeit hat sich ausgebreitet, tagsüber wärmender Sonnenschein und Arbeit und abends knistert ein Feuer im Kamin, Rotwein, Musik und Entspannung, die Nächte unter einer Vielzahl von wärmenden Decken. Es ist kalt geworden im Haus, denn es dauerte einer Weile, bis die Kälte durch die meterdicken Wände kriechen konnte. Wenn es nicht gerade bewölkt ist, kann man tagsüber draußen noch locker im Pullover herumlaufen und gerät noch leicht ins Schwitzen, gerade wenn man wie ich draußen Holz sägt oder den Hund durch den Garten jagt. Aber kaum geht die Sonne unter, heißt es schnell ins Haus, denn dann geht es erschreckend schnell, ehe die eisige Kälte über alle hereinbricht. Inzwischen ein Meister im Kamin anzünden, kann mir dabei nicht mehr viel passieren - aber es hatte eine ganze Weile gedauert, ehe es mir wirklich gelungen war ein Feuer auch am Leben zu erhalten. Wie Leute unfreiwillig ihr Haus abfackeln, ist mir nach meinen vielen Übungsmonaten immer noch ein Rätsel, nebenbei bemerkt.
Heute habe ich die ersten Zitronen geerntet, meine letzte Schandtat im Garten und bald kann die Limoncelloproduktion wieder beginnen. Ansonsten haben Ludwig und ich die toten Reste der Tomatenpflanzen aus der Erde gezogen und mitten auf den Weg geworfen. Ludwig hat mal wieder übertrieben und jedesmal noch ein tiefes Loch gegraben, wo noch vor einigen Wochen die vollen Rispen hingen, er wollte eben ganz sicher gehen, dass die Pflanzen auch wirklich entfernt werden. Als er dann auch noch anfing die Weinstöcke abzufressen, habe ich ihn auch gewähren lassen. Wer weiß, ob wir die nächste Erntesaison in diesem Haus noch mitbekommen werden. Die Kakis sind bald reif und können gepflückt werden, wenn uns nicht die Vögel zuvor kommen. Die üppigen Salbei-, Rosmarin- und Thymianpflanzen, die von den Mauern wachsen, sind wie jedes Jahr im Winter schon eingetrocknet und sehen aus wie tot. Kaum zu glauben, dass die im Frühling wieder austreiben werden, aber so ist es jedes Jahr gewesen. Die Feigenbäume haben inzwischen alle Blätter verloren, ebenso wie die Trauben. Der Bambus sprießt und der unbekannte Bodenbedecker hat bereits alles überwuchert, was wir nicht heute wieder platt getreten haben auf der Suche nach Ludwigs ehemals gelben Quietscheball, den er erst gestern neu bekommen hatte.
Die Sonnenuntergänge über dem Meer sind in diesen Tagen ganz besonders bunt und sehenswert und hätte ich eine tolle Kamera, hätte ich schon längst Aufnahmen davon gemacht. Weil weder Schnee noch Regen fällt, wirkt die Natur auch in sich unglaublich ruhig und friedlich. Bis auf rauchende Schornsteine und vereinzelte Autos nimmt man nicht viel Bewegung war. Heute allerdings brachte ein Hubschrauber über eine Stunde lang kahle Baumstämme vom Hang hinunter ins Tal und im ersten Moment hatte ich ihn für einen Lösch- oder Polizeihubschrauber gehalten, weil er immer dieselbe Route flog und dabei einen ziemlichen Lärm machte. Dem Zur-Ruhe-kommen tat es aber keinen Abbruch, egal ob man mit einem Buch im Fenster saß, am Laptop arbeitete oder auf kulinarischen Pfaden unterwegs war. Weihnachtlich ist hier allerdings noch nichts, auch wenn sich die Stadt schon mit dem Aufbau des Weihnachtsmarktes und dem Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung alle Mühe gegeben hat. Mir erscheint es eher als hätten wir Oktober und ich bin unendlich dankbar dafür, denn der Winter kann sich im schlimmsten Fall wie letztes Jahre bis April hinziehen...


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