Friday, November 22, 2013

Vergängliches...

Ach ja, manchmal wird man wehmütig. Und zwar, wenn man sieht, dass die eigenen Bemühungen für die Katz waren und man Zeit und Geld umsonst investiert hat. Zumindest kommt es einem so vor. Die Vorstellung, dass wir vielleicht doch im nächsten Jahr umziehen, hat jegliche Arbeit am Haus zum Stillstand gebracht und so kann man beobachten, wie nach und nach immer mehr Ergebnisse von harter Arbeit sich ins Nichts auflösen und man sich am Ende fragt, wieso man sich überhaupt bemüht hat. So habe ich die Fugen in der Küche geweißt, ehe mir jemand sagte, dass das auf dem Fußboden überhaupt keinen Sinn macht, denn im Nu sind die wieder dunkel. Recht hatte er. Kaum ein halbes Jahr ist vergangen und ich könnte wieder von vorne anfangen. Werde ich aber nicht. Ebenso haben wir draußen einen ersten Anstrich gemacht, dem ein zweiter winterfester hätte folgen sollen. Dazu kam es aber nicht, und jetzt sehen wir wie sich nach und nach die Farbe wieder verabschiedet und man sich ruhig fragen darf, wie lange es dauern wird ehe die Mauern wieder aussehen wie vor der ganzen Mühe, die wir hineingesteckt hatten. Auch der Bambuswald, in dem ich ganze Wochen lang alles Unkraut entfernt hatte, abgestorbene Stämme gefällt und zerkleinert und Unmengen an vertrockneten Blättern zusammengetragen hatte, damit man endlich den Boden sehen konnte. Die Natur hat sich alles inzwischen zurückerobert und viele neue Bambusstämme sprießen lassen - zusätzlich zu einem unglaublich wuchernden Bodenbedecker. Keine Ahnung, wo der herkommt; aber der wächst inzwischen im ganzen Garten und in einer Größe als hätten wir ein Kernkraftwerk gerade um die Ecke. Die traurigen Überreste vertrockneter Tomatenpflanzen stehen noch akkurat in Reih und Glied und die eine Tonkaraffe von einem guten Meter Höhe, die ich innerhalb von zwei Tagen voller Bürsten und Schrubben (mit Kernseife!) von ihrer schwarzen, klebrigen Ölschicht befreit hatte, auch diese ist wieder in ihren alten Zustand zurückgegangen. Alles umsonst? Auch das Kupfer an der Haustür müsste wieder von Grund auf geschrubbt werden; man sieht alldem die Arbeit nicht mehr an, die man mal hinein gesteckt hat. Und die Pflanzen? Die meisten wachsen und gedeihen und das Schlimme daran ist, dass wir sie wahrscheinlich gar nicht mitnehmen können, weil sie bereits zu groß sind oder bereits festgerankt sind. Mein Oleander, mein Lavendel, meine Margeritenbüsche, die Bougainvillea und viele andere mehr. Auch im Haus geht es so weiter, die aufwändigen Lampen, die wir jetzt gar nicht mehr angebracht haben oder die Einrichtung, die auf die Zimmer abgestimmt gekauft worden ist. Alles wurde ja gemacht und getan um zu bleiben, nicht um wieder auszuziehen. Ach Mensch...


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