Thursday, November 14, 2013

Gruselnächte I

Ach ja, manchmal gibt es so Phasen, z.B. aktuell eine recht gruselige Stimmung in Haus und Umgebung. Keine Ahnung, woran es liegt, Halloween ist ja immerhin schon vorbei und wird hier auch nicht wirklich begangen. Gestern Abend allerdings war Ludwig noch mal im Garten gewesen und nachdem er wieder hereingekommen war, hatte ich die Haustür nicht verschlossen. Gut, dachte ich, da wir noch vor 6 Uhr heute Morgen aufstehen würden, wäre die Gefahr halbwegs gering, dass ausgerechnet heute Nacht jemand einbricht. Immerhin hatten wir in den ersten Monaten die Haustür nie verriegelt und uns rein auf das Schnappschloss verlassen. Und außerdem war ja ein haariger Jemand im Haus, der auch nachts sehr gut hört und sich absolut vor nichts fürchtet. All diese Gedanken kamen mir erst im Bett und aus Faulheit habe ich es auch dabei bewenden lassen. Dass dann mehrfach der Bewegungsmelder ansprang und man das im Schlafzimmer deutlich sehen konnte, machte mich dann doch leicht unruhig. Aber in Ordnung, es würde wohl eine der streunenden Katzen sein, die hier immer nachts ihre Rundgänge machen. Irgendwann stand ich dennoch auf und um niemanden zu wecken, lief ich im Dunkel durchs Wohnzimmer, wo ich auf einmal von einem Arm gepackt wurde und starkes Aftershave roch. Um Himmelswillen, es war wirklich jemand ins Haus gekommen???? Und jetzt???? Ja, jetzt wachte ich auf - im Bett. Das war nur im ersten Augenblick gut, denn warum war ich aufgewacht?! Weil Ludwig laut am Bellen war - aus dem Wohnzimmer! Draußen leuchteten die Bewegungsmelder und ich sprang wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett. Jetzt war es also doch passiert! Und Ludwig hatte es gemerkt. Und ich war hellwach, eilte den Korridor entlang und zum Wohnzimmer, aus dem Ludwig geschossen kam und am Treppenabsatz nach unten wartete. Unten knackte es. Ein Alptraum. Hätte ich bloß die Haustür abgeschlossen. Erst der Traum, und jetzt das. Bin alleine die Treppe hinunter, was ungewöhnlich ist für Ludwig, der sonst furchtlos in jedes Dunkel rennt. Unten Licht angemacht. Der Gewölbekeller war leer - aber Entsetzen pur: die Haustür stand auf!!! War also doch jemand im Haus?? Vorsichtig schaute ich in alle Ecken und warf auch einen Blick von der Tür in den Garten. Nichts zu sehen. Aber wieso stand die Haustür auf?? Die logischste Erklärung war, dass Ludwig beim Hereinkommen die Tür nicht hat ins Schloss fallen lassen. Oder aber es war wirklich jemand hier. Ich holte das Versäumte schnell nach, verriegelte und verrammelte alles und hoffte, dass Ludwig einen Einbrecher zerfleischen würde, sofern sich einer im Haus befände. Nur halbwegs beruhigt ging ich wieder ins Bett, wo meine bessere Hälfte noch immer selig schlummerte. So langsam wusste ich nicht mehr, was alles Traum und was Realität gewesen war, aber die offene Tür und Ludwigs Gebell mitten in der Nacht, das war eindeutig nicht phantasiert gewesen...


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