Sunday, November 24, 2013

Eine Ode ans Hausfrauendasein...

Nein nein, kein Witz, keine Ironie, ich meine das ganz im Ernst. Ich bin keine reine Hausfrau, ich arbeite ja auch, aber ich bin unter anderem auch eine Hausfrau und ulkigerweise genieße ich das sehr. Das mag sich für einige Generationen oder weibliche Vertreterinnen sehr merkwürdig, um nicht zu sagen spießig oder rückständig anhören, aber für mich ist das alles noch neu und für jemanden, der rund 13 Jahre lang morgens sehr früh aufgestanden ist, um den ganzen Tag etwas hinterher zu hetzen, was sich im Volksmund "Karriere" nennt, in Wahrheit aber nichts anderes ist als Ziele von anderen zu verfolgen, Vollzeit verplant zu sein und dabei tagtäglich zuzusehen, wie das Leben ungenutzt an einem vorbei rauscht. Das konnte ich nicht erstrebenswert finden. Jetzt geht alles ruhiger, auch intensiv, verantwortungsvoll, aber ich arbeite an eigenen Zielen, an selbst gewählten Projekten und nehme jeden Tag endlich intensiv wahr und dazu bin ich auch noch Hausfrau. All die harten Seiten der Hausarbeit habe ich bereits kennengelernt als ich nach dem Abi als Au-pair in London war. Aber das war ja auch wieder im Haushalt eines Anderen, FÜR jemand anderes. Jetzt habe ich meinen eigenen Haushalt und kann zum ersten Mal alles selbst festlegen. Das ist regelrecht aufregend. Und ja, ich liebe es für meine bessere Hälfte ein Zuhause zu schaffen, wenn er spät abends nach der Arbeit zurück kommt. Spießig? Keine Ahnung, aber es ist ganz sicher gemütlich. Eine heimelige Stimmung zu schaffen, hat auch etwas mit Kreativität zu tun. Für mich gehört dazu ein Feuer im Kamin im Wohnzimmer zu machen, einen Film auszusuchen, eine Flasche Wein zu öffnen und ein warmes Essen zu kochen. Das ist für mich völliges Neuland, denn vom Kochen verstand ich lange überhaupt nichts. Ich war aber auch immer mit Männern zusammen, die selbst gerne und gut gekocht haben und meine bessere Hälfte ist da keine Ausnahme. Ich sah also keine Notwendigkeit mich selbst an den Herd zu stellen, auch wenn mich das Kochen als solches schon immer gereizt hat. Ich mochte schon immer Rezeptbücher und Gewürze und Küchenutensilien und gesunde Zutaten. Es war also nur eine Frage der Zeit und der Gelegenheit. Und die ist nun gekommen. Seitdem ich täglich koche (sowohl für meinen Hundesohn als auch für die Erwachsenen), hat sich mein Repertoire schon mächtig erweitert. Spontan fallen mir Kuchen, verschiedene Brote, Kekse, Liköre, Eingelegtes, Suppen, Feigensenf, Puddings, Glühwein, Tiramisu, Wraps und diverse Kastanien-, Dinkel-, Linsen-, Couscous-, Reis-, und Pastagerichte ein, die ich relativ leicht und schnell hinbekommen habe. Und es hat wirklich Spaß gemacht. Und meine bessere Hälfte war bislang begeistert, also richtig euphorisch was mein Essen angeht; was bei einem Italiener schon fast einem Ritterschlag gleichkommt, denn erfahrungsgemäß sind die meisten Exemplare bei ihrem Essen mehr als zimperlich und wenig flexibel. Wenn ich jetzt noch meine Schwiegermutter überholen kann, was in Italien in etwa einem Wunder gleichkäme, würde ich mir selbst stolz den Titel "Köchin ex machina des Jahres" verleihen ;) ...


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