Wednesday, October 9, 2013

Und täglich grüßen die Katastrophen I

Ach ja, alles lief so gut an...aber heute Morgen zeigte Ludwig auf einmal Anzeichen von Problemen beim Aufstehen. Lange geschlafen hat er auch und ich habe mir schon Sorgen gemacht. Gegen Mittag aber waren seine Lebensgeister wieder erwacht und ich überlegte mit ihm zu meinen Schwiegereltern zu gehen, weil ich dort eh etwas abholen musste. "Pass aber auf, nicht dass es ihm schlecht geht", meinte meine bessere Hälfte aus Genua. Nein, beim Laufen schien er keine Probleme zu haben und so marschierten wir beide im Eilschritt Richtung Stadtzentrum. Konzentration pur war angesagt und ich war froh, als wir nach dreißig Minuten das Haus meiner Schwiegereltern erreicht hatten. Ein Glas Wein trinken, die Hunde spielen zusammen, dann nach Hause. So war mein Plan. "Wir haben auf dich gewartet, das Risotto ist ganz kalt!", hieß es vorwurfsvoll. Wie?! Ich hatte doch schon zu Hause gegessen. "Aber du hattest du doch gesagt, ich sollte kommen, wann immer ich will - vom Mittagessen war doch nie die Rede." Ein klassischer Fall von kulturellem Missverständnis, denn ich hatte das "wann immer" wörtlich genommen und das Mittagessen sogar bewusst ausgespart, um nicht auf die Nerven zu fallen. Alles war wieder ok, bis auf einmal Ludwig aus Leibeskräften anfing zu schreien und gar nicht mehr aufhören wollte. Gute zwei Minuten liefen wir aufgeregt um ihn herum, versuchten nachzusehen, ob er sich verletzt hatte, ob irgendwo eine Zecke saß, irgendwas blutete, nichts. Meine Schwiegermutter war überzeugt, dass es die Beine waren, aber ich sah ihn normal laufen und tippte eher auf etwas Inneres. Was tun?? Wir warteten etwas, dann war Ludwig wieder ganz der Alte und wollte mit mir heimgehen. Aber konnte ich das riskieren? Wenn das wieder passierte, dann saß ich weit ab von Schuss mit dem Hund, der vielleicht dann gar nicht laufen können würde und dann müsste ich die Tierambulanz rufen. Also jetzt zum Tierarzt? Ohne Auto? Und ich hatte weder Geld noch Bankkarten dabei. "Warte ich habe sage und schreibe noch 50€ cash, das muss genügen", meinte meine Schwiegermutter. Der Tierarzt, zu dem wir normalerweise gehen, war gute 15km entfernt, aber der würde Ludwig erkennen auch ohne seinen Ausweis zu sehen. Denn natürlich hatte ich auch den Ausweis nicht dabei. Oddio! Ok, wir entschlossen uns zur neuen Tierklinik zu gehen, die sogar 24 Stunden am Tag geöffnet hatte. Das hieß nochmal dreißig Minuten zu Fuß und Ludwig, der kreuz und quer rannte, weil er so viele läufige Hündinnen in der Luft schnupperte. Wenigstens aber wartete niemand vor uns, als wir die Tierklinik erreicht hatten. "O dottoressa", fing meine Schwiegermutter gleich an und dass der Hund geschrien hätte in einer unglaublichen Form, dass wir aber lediglich mit 50€ anrücken, aber jegliche andere Summen nachliefern können, sobald entweder meine bessere Hälfte uns auslöst oder aber ich wieder nach Hause komme und endlich wieder Zugriff auf Geld und Bankkarten habe. "Machen Sie sich darum mal keine Sorgen, Signora, hier geht es nur um den Hund. Und ohnehin kostet ein Termin nur 30€."


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