Tuesday, October 1, 2013

Mission Torino I

Samstag, 28.: seit geschlagenen 4 Tagen volle Vorbereitung für meinen Einsatz in Turin. Meine bessere Hälfte ist parallel auch unterwegs nach Turin, wir haben so viel zu tun, dass die Nerven blank liegen. Immerhin weiß ich jetzt, wie man Zugtickets umtauscht, einen neuen Toner einsetzt und eine PowerPoint Präsentation macht. Ich habe mein Unterrichtsprogramm voll überarbeitet und war mit dem Fahrrad noch beim Supermarkt. Unklar, weshalb die Nerven genau so blank liegen, aber sie tun es.

Samstag, 21 Uhr: Alle sind müde, aber Ludwig besteht auf seiner abendlichen Tour. Sie wird ihm verwehrt, weil er vorher schon eine 1stündige Radtour mitgemacht hat. Letzte Vorbereitungen für Turin, Kopien, Kleidung herauslegen, Material sortieren, wir haben keinen Appetit auf Abendessen und fühlen uns fast schon grippig.

Samstag 22 Uhr: Aufs ins Bett, die Müdigkeit siegt. Endlich mal zu einer guten Zeit schlafen gehen, ehe der Wecker mitten in der Nacht klingelt. Man könnte sich fast einbilden, einen ruhigen Sonntag vor sich zu haben

Sonntag 2 Uhr: hellwach, irgendetwas hat mich geweckt. Irgendwie ist die Ruhe vorbei, warum auch immer. Gleich kommen dazu die Bedenken, ob der Schlaf jetzt ganz rum ist.

Sonntag 3 Uhr: der Schlaf kommt und geht, begleitet von irgendwelchen völlig irrationalen Gedanken, die aus irgendwelchen Träumen kommen. Unterschwellig auch immer die Panik, eventuell den Wecker nicht zu hören oder nicht richtig gestellt zu haben. So wird das nichts. Alle paar Minuten Blick auf die Uhr

Sonntag 4 Uhr: Unwetter! Und was für eins. Der Regen stürzt sich nur so auf die Erde und die Donner grollen durch die umliegenden Berge. Das kann doch einfach nicht wahr sein, wie soll ich bloß zum Bahnhof kommen???

Sonntag 5 Uhr: Stromausfall! Mit einem Blitz verschwanden sämtliche Straßenlampen aus dem Sichtfeld. Ich überlege wie ich Turin absage, denn ohne Strom kann ich mich nicht einmal fertigmachen. Die Mission entwickelt sich zu einem Alptraum, noch ehe sie gestartet ist.

Sonntag 5:40: Ich bin noch 5 Minuten vor dem Wecker hellwach und wie gerädert. An Schlaf war nicht mehr zu denken gewesen. Ich krieche im Dunkeln aus dem Bett und stelle erleichtert fest, dass wenigstens der Strom zurück ist! Erst einmal Kaffee!

Sonntag 6 Uhr: Ich denke daran, wie ich früher immer um solche Zeiten aufstehen musste - schlimmer noch: am Ende meiner deutschen Arbeitsphase hatte ich um 5:40 bereits den Bus nehmen müssen!! Ich kam auf nie mehr als 4 Stunden Schlaf! Also jetzt kein Weichei sein, auch wenn sich das Alter bemerkbar macht!

Sonntag 6:30: Es wird knapp - es ist kein Frühstück mehr drin und ranhalten muss ich mich auch noch. Ich werfe meine Sachen in 2 Taschen und packe eine weitere Übernachtungstasche, die ich wie abgesprochen vor die Haustür stelle. Ludwig will mit, aber ich muss ihn abschütteln. Hoffentlich geht die Fahrt zum Bahnhof gut.

Sonntag 6:45: Ich schwinge mich im Dunkeln aufs Fahrrad mit dem nassen Sitz und bin erleichtert, dass es gerade nicht regnet. Jetzt aber schnell! Noch nie bin ich alleine zum Bahnhof mit dem Fahrrad gefahren und schon gar nicht um diese Uhrzeit! Es fühlt sich seltsam an, klappt aber gut! Die Stadt ist wie ausgestorben. Ich strampel ordentlich los, überfahre sämtliche roten Ampeln und rattere über Schlaglöcher, die ich noch gar nicht kannte. Ok, der erste Teil der Mission ist fast geschafft!


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