Friday, October 11, 2013

Forza!

Ungelogen, die Hiobsbotschaften nehmen an jeder Ecke zu. Über Rom will ich gar nicht erst reden, ich will aktuell nicht mal wissen, was da gerade passiert. Aber reden wir über die Menschen. Mir fällt spontan niemand ein, der nicht halb an seinen Problemen erstickt. Und das ist sogar länderübergreifend. Ganz besonders fällt es mir natürlich hier auf und auch wenn es Abstufungen gibt - Leute, diese Zeiten sind nicht einfach. Ich arbeite viel und ich muss sagen, ich bin froh, das ich das tun kann. Und dass ich zu Hause bin. Was täte ich sonst mit meinem kranken Hund, der ja wie ein Kind ist? Also kümmere ich mich rund um die Uhr um ihn, um den Haushalt und um alle Arbeiten, die ich per Telefon und Internet erledigen kann. Wenn ich einen Durchhänger habe, dann sehe ich den Stapel Rechnungen und die ungelösten Probleme und die politische Lage und dann kann ich auch nicht mehr arbeiten. Und dann gebe ich mich dem Durchhänger hin, solange er andauert und dann stehe ich wieder auf. Wenn völlig zerstörte Länder nach Kriegen mit nichts aufgebaut werden konnten, dann können wir auch in einem ruinierten Land voller Korruption überleben. Die Hoffnung bleibt immer noch auf ein besseres Morgen und man ist sowieso erstaunt was man in der Lage ist zu meistern. Auch wenn man nicht will. Die Krisen bringen ganz neue Eigenschaften zutage, von denen man nicht mal ahnte, dass man sie hat. Krisen sind die Zeiten, in denen man erwachsen werden muss und in denen man kämpft und das ist das Schöne daran - wer kämpft, ist nicht geschlagen, und wer eigenverantwortlich lebt und arbeitet, der kämpft wirklich für sich und der kann letztenendes etwas bewegen. Ich habe mich nicht mehr ausgeliefert gefühlt, seitdem ich meine letzte feste Anstellung gekündigt habe. Das mag sich absurd abhören, ist aber so. Vieles an dieser Woche ist hart gewesen, einiges Harte kommt noch in den nächsten Tagen, aber auch das wird Tag für Tag angegangen und gemeistert, Schritt für Schritt, Aufgabe für Aufgabe. Und meistens habe ich unmittelbar nach einem Durchhänger auch einen vollen Schub, so wie heute, als ich mit einem Mal ein Projekt zum Abschluss bringen konnte, eine neue Idee zu einem anderen Projekt hatte und innerhalb von 10 Minuten mit gleich drei Leuten dazu im Gespräch stand. Und dann habe ich noch wie eine Wilde in der Küche gewütet, alles geputzt, ein Brot gebacken, eine Suppe gekocht und ein Abendessen zur Feier der Rückkehr meiner besseren Hälfte gezaubert, dazu neuen Wein entkorkt und zum ersten Mal in diesem Herbst ein Feuer im Kamin gemacht. Und habe einen Schlussstrich unter den Tag gezogen. Und war verdammt noch mal stolz auf alles, was ich diese Woche wieder gemeistert habe, egal was noch alles zu meistern ist. Und ist das nicht die Hauptsache? Ich finde schon...


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