Wednesday, September 25, 2013

Ein einfacher Trip wäre ja auch zu langweilig...I

So, nun habe ich mich schon wieder in italienischen Gefilden eingelebt, aber meine Einreise hatte sich dieses mal etwas außergewöhnlicher gestaltet als normal. Nein, diesmal kein Stau auf dem Weg zum Shuttle und auch keine Shuttle-Zeitenänderung. Nein, bis dahin lief alles noch normal. Ich kam mit viel Zeit am Flughafen an, war die letzte im Securitybereich, den sie nach mir auf eine einzige Schlange reduzierten, nichts an mir piepte und ich war die erste in der Schlange am Gate. Zur Abwechslung setzte ich mich mal wieder in meine alte Lieblingsreihe ganz hinten im Flugzeug - ich verstehe noch immer nicht wieso einige die letzte bzw. die erste Reihe aus Prinzip meiden; in der Mitte gibt es absolut dasselbe Angebot, außer dass die Toiletten am weitesten weg sind und man als letztes aus dem Flieger kommt, also nur Nachteile. Ich arbeitete schön an meinem Unterricht, als auf einmal ein entsetzlich schriller Alarm losging. "Da raucht einer in der Toilette", rief eine Stewardess und gemeinsam mit einem Steward verschafften sie sich Zutritt zur Nasszelle und zerrten den Übeltäter heraus. Sie mussten lange wedeln, ehe der Rauchmelder wieder Ruhe gab und in der Zwischenzeit hoppelten wir auch noch durch einige Turbolenzen. Der Übeltäter tat wohl erst so, als wäre er taub - also physisch gesprochen, dann schob er die Schuld auf den Aschenbecher in der Toilette und schließlich gab er auf. Da ich ganz hinten saß, konnte ich das Spektakel live verfolgen. Meine italienische Sitznachbarin ließ sich alles Wesentliche übersetzen und es kamen sogar einige Mitpassagiere nach hinten gelaufen, weil sie noch Aussagen zum Übeltäter machen wollten. Das ganze spielte sich insgesamt in vier verschiedenen Sprachen ab und blieb auch wirklich niemandem verborgen, aber nur wer hinten saß, bekam auch wirklich alles mit. Was würde wohl mit dem Übeltäter passieren? Das würden wir noch erfahren und zwar unmittelbarer als uns recht gewesen ist. Denn kaum waren wir in Pisa gelandet, durften wir das Flugzeug nicht verlassen. Nicht ehe die Polizei eingetroffen war. Ja, und obwohl der Kapitän bereits 45 Minuten zuvor Meldung gemacht hatte, war keine Polizei da, als wir ankommen waren. Wir bekamen Meldung, dass es keine Polizei gäbe am Flughafen in Pisa, so dass sie von außerhalb kommen müssten. Wo da das Problem sei, konnte uns niemand beantworten. Auch Pisa ist keine Großstadt und 45 Minuten sollten in jedem Fall reichen um ein Flugzeug in Empfang nehmen zu können. "Oh Gott, was tun wir?" rief die Stewardess "wir müssen noch Fluggäste mit nach Frankfurt nehmen und das müssen wir bis Mitternacht getan haben, sonst müssen wir sie nach Köln bringen!" Beim Begriff "Mitternacht" brach leichte Panik unter den Passagieren aus. "Wir sind bis Mitternacht hier drin gefangen?!" - in mehrere Sprachen wurde also schnell übersetzt, dass es um die neuen Passagiere ging, die bis Mitternacht in Frankfurt landen mussten und alles wartete weiterhin. Es dauerte weitere 10 Minuten, ehe die Polizei tatsächlich eintraf, den Übeltäter und sein Gepäck aus dem Flugzeug holte und wir dann auch endlich den Flieger verlassen konnten...


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