Saturday, August 3, 2013

Wir schmelzen...

...noch immer vor uns hin. Wie gerade ganz Europa, möchte ich meinen. Will ja eigentlich von meiner ersten italienischen Hochzeit berichten, aber bei diesen Temperaturen bringt die Birne kaum etwas zustande. Man ist müde, kann aber nicht schlafen, man will aufstehen, ist aber noch völlig k.o. Wir sind probehalber in das andere Schlafzimmer gezogen, das aktuell noch das Gästezimmer ist. Wir wussten, dass die Vorbesitzer beide Schlafzimmer benutzt haben, das eine nach vorne raus im Winter und das andere nach hinten raus im Sommer. Jetzt wissen wir, dass sie gute Gründe hatten. Schon zum kältesten Zeitpunkt der Nacht, als wir schlafen gegangen sind, da waren Laken und Kopfkissen auf unangenehmste Weise heiß. Ludwig schaute uns verständnislos an, weshalb wir nicht wie gewöhnlich im anderen Zimmer sind und weigerte sich bei dieser Affenhitze in diesem Raum zu schlafen. Wir machten auch tatsächlich kein Auge zu, auch wenn es unser neues Bett mit neuer Matratze war, auf das wir uns schon seit Wochen gefreut hatten. Letzte Nacht sind wir dann wieder ins alte Zimmer gezogen und es war im Vergleich fast schon frisch.
Dennoch geht's hier im Wohnzimmer jetzt nur noch mit Ventilator. Melone zum Mittagessen und alles was über Strandkleidung hinausgeht, umgibt den Körper noch mal mit weiteren 5 Grad. Zu faul mich richtig fertigzumachen, weg von diesem Ventilator ins überheizte Bad unterm Dach. Habe mich außerdem gerade mit Kumpel Umberto in Rage geschrieben, eigentlich ging es um ein Kompliment, das ihm jemand gemacht hat, dann um Leute, die wir nicht mögen, über die wirtschaftliche Lage in Italien und jetzt übersetze ich ihm gerade einen Text zu irgendwelchen Harley-Davidson-Ersatzteilen, den ich schon auf Deutsch kaum verstehe. Eigentlich wollte ich an irgendetwas arbeiten, aber ich habe bereits vergessen was es gewesen war. Ins Arbeitszimmer will ich auch nicht gehen, jetzt wo die Sonne in voller Breitseite dort ins Zimmer scheint. Und gleich kommt bestimmt wieder Onkel Cesares energisches Klingeln am Tor und der Friede ist endgültig vorbei für heute. Ludwig hat sich neben dem Herd in der Küche der Ohnmacht hingegeben und rührt nicht mal das tolle Essen an, das ich für ihn gemacht habe. Dabei hat er es sich verdient, nachdem er gestern in der Hundeschule so gut gearbeitet hat.
Morgen gehen wir an den eiskalten Fluss, der aus den Bergen hinunter ins Meer läuft. Bei diesen Temperaturen geht man hier ja sonst endgültig ein...


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