Monday, August 26, 2013

Andiamo al cinema...

Viele Wochen voller Arbeit, Entscheidungen, Planänderungen, neuer Ideen, vielen Projekten und so langsam neigt sich der Sommer dem Ende zu. Ein gewaltiges Unwetter hatte sich bereits im Vorbeiflug hier vorgestellt und Regenmassen, Sturm und ein nicht enden wollendes Gewitter da gelassen. Die Nacht zum Sonntag war spaßig gewesen, denn erstmal waren wir mit offenen Fenstern im ganzen Haus schlafen gegangen, um dann immer wieder aufzuspringen um Fahrräder in Sicherheit zu bringen, offene Fenster zu schließen und dann auch noch die Läden. Der Sonntag Morgen war dann frisch gewesen und uns wurde schlagartig bewusst, dass der Sommer sich so langsam verabschiedete. Und wir hatten fast nur gearbeitet. Und so entschieden wir uns nach fast anderthalb Jahren ganz spontan mal wieder ins Kino zu gehen.
Mein dritter italienischer Film im Kino und zum ersten Mal im ausverkauften Zuschauerraum. "The Conjuring" oder besser gesagt "L'evocazione" sollte es sein und wir waren entsetzt von der langen Schlange an den beiden Kinokassen und von der Anzeige der freien Sitzplätze, die fast mit jedem Kunden vor uns weniger wurden. Als die verfügbaren Tickets noch 7 waren, sicherten wir uns endlich zwei davon. Wir mussten tatsächlich in Reihe 1, konnte man das glauben? Und wir waren nicht die einzigen - während wir am Popcorn anstanden, reduzierte sich die Zahl der freien Plätze auf sage und schreibe einen einzigen. Ebenfalls in der ersten Reihe - denn an diesem liefen wir vorbei, als wir im Dunklen Richtung unserer Plätze krochen, denn war das zu glauben: die hatten den Film sogar eine Minute eher als angekündigt starten lassen! Und das in einem italienischen Kino! Was für ein Ärger! Zu allem Überfluss saßen auch noch zwei Clowns auf unseren Plätzen, die aber wenigstens sofort aufsprangen, als wir sie mit la famiglia bedrohten. Und dann saßen wir da in der Mitte der ersten Reihe und mussten die Köpfe nach oben recken, um den Film zu sehen. So ein Ärger! Allerdings muss ich gestehen, dass man sich erstaunlich schnell daran gewöhnt hatte und die Tatsache, dass der Raum voll belegt war, machte das Ganze zu einem höchst vergnüglichen Spektakel, Popcorn und kreischende Nachbarn inklusive.
Wie muss man sich das vorstellen, wenn man einen Film in einer Sprache schaut, die man nicht fließend kann? Nun, zum Einen kann ich bei so etwas nur raten, einen Film NICHT in der Originalsprache zu schauen. Denn dort ist die Akustik meist so, dass die Sprache undeutlicher ist, mehr Störungen unterworfen ist und man zwangsläufig dreimal so gut hinhören muss. Nicht so bei einem synchronisierten Film. Ich hatte also beste akustische Voraussetzungen und kann sagen, dass ich vom italienischen Trailer bereits ebenso viel verstanden hatte wie vom amerikanischen Original und das, obwohl ich mir anmaße zu behaupten fließend Englisch zu sprechen und das auch noch unterrichte. Schätzungsweise auf 95% kam ich, was das Hörverstehen angeht und damit kann man einem Film tatsächlich sehr gut folgen. Und man lernt immer was dazu - selbst aus den hysterischen Kommentaren der kreischenden Teenie-Sitznachbarn. Sprachunterricht, Gruppendynamik, Kinogrusel, eine abendliche Unternehmung mit der besseren Hälfte, gesalzenes Popcorn und das alles für 7,50€! Ich würde mal sagen, es hat sich gelohnt... ;)


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