Thursday, July 25, 2013

Fragen III...

VII: "Fühlst du dich als Italienerin oder als Deutsche?"
- Das ist eine gute Frage. Eine typisch deutsche Antwort wäre "Du bist doch gar keine Italienerin". Aber ich halte die Frage für sinnvoll, und vor allen Dingen wichtig für Leute, die auswandern möchten. Ich antworte auf die Frage immer, dass ich mich halb-halb fühle. Hin und her gerissen zwischen zwei Kulturen, die mir beide zu Teilen entsprechen. Wenn ich in Deutschland bin, kommen mir die Leute oft zu deutsch vor. Wenn ich in Italien bin, kommen mir die Leute oft zu italienisch vor. Ich habe eine Freundin, ihre Mutter Deutsche, ihr Vater Italiener, die diesen Zwiespalt sehr gut nachvollziehen kann. Halt, ich habe alles in allem 5 Freunde und Bekannte, die eine deutsche Mutter und einen italienischen Vater haben - tatsächlich meine ich gerade ein Mädel, das hier in Italien lebt. Ich habe von verschiedenen Auswanderern gehört, dass sie sich in der Mitte zwischen zwei Kulturen ansiedeln, man könnte fast behaupten "the best of both worlds", aber das Best ist natürlich Auslegungssache. Ich denke, dass ich auf Italiener sehr deutsch wirke, wenngleich auch nicht so deutsch wie die Touristen. Man hält mich hier für sehr gradlinig, durchstrukturiert und organisiert. Gleichzeitig hält man mich für tough, übertrieben genau und zu direkt. Auf viele Deutsche wirke ich chaotisch, ohne Richtung und zu wenig strebsam. Ich denke, dass man sich als Auswanderer sehr mit dem eigenen Land und der eigenen Kultur auseinandersetzen muss um seine eigene Identität zu verfestigen. Und um sich gleichzeitig vor schwarz-weiß-Malerei zu bewahren. Wenn ich diese Seiten gegenüber stelle und vergleiche, dann denke ich, dass eine Mischung aus beidem sowieso das Beste für alle Seiten wäre. Aber das mögen andere wieder ganz anders sehen...


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