Saturday, June 8, 2013

Hamsterrad oder Stagnation I...

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! So ein Tag müsste mindestens 48 Stunden haben, um meinem Bedürfnis nach Entwicklung gerecht zu werden. Und da man nicht wirklich mehrere Dinge gleichzeitig erledigen kann (nein, kann man nicht, selbst wenn man multitasked, wie ich es auch gerne mache...aber aktiv ist man strenggenommen immer nur an einer Sache wirklich voll dran...), dann muss man sich eben entscheiden, was zuerst gemacht wird und in welcher Reihenfolge man vorgehen soll. Im Endeffekt ist das unwesentlich, solange man überhaupt etwas tut. Und da steht bei mir so vieles an. Da es tolle Pflanzen im Supermarkt geben soll, bin ich schon jetzt ganz hibbelig, dass ich morgen unbedingt um 7 Uhr aufstehen will, um als allererste dort die Tür einzutreten. Und dann auch gleich weiter, egal womit. Ich sollte gleich noch Blumenerde erwerben und einen größeren Topf für meinen Oleander. Dann muss dringend wieder aufgeräumt und gespült werden, Unkraut, Forasacco und Hundehaufen vom Rasen entfernt werden, ich will meine ruhenden Interviewanfragen morgen bearbeiten, mich spontan nochmal jobtechnisch umorientieren, bzw wieder zurück in bekannte Gewässer rudern (wenn es mir denn schnell glückt!), dann habe ich endlich wieder nach drei Monaten Pause meinen Designshop reanimiert und neue Designs entworfen, hochgeladen und Produkte damit bestückt. Das sollte ich jetzt weiterhin so täglich wie möglich tun, um an mein Jahresziel von 500 neuen Designs heranzukommen. Die Produkte wollen dann sowohl in meinen Onlineshop übertragen als auch bei Facebook präsentiert werden. Dann müsste ich mich jetzt an den Bettenkauf machen, mit Lattenlost und Matratze, damit das Schlaflager rechtzeitig für den nächsten Besuch fertig ist. Der Innenhof muss hergerichtet werden, am liebsten würde ich jetzt auf gleich noch Pflanzen für rund 300€ erwerben und alles auf einmal gestalten. Glücklich sehe ich zumindest, dass meine anderen Pflanzen gut am gedeihen sind, und das, obwohl ich eine absolute Anfängerin auf diesem Gebiet bin. Nachdem ich neulich unwissentlich Tabakpflanzen erstanden hatte, musste ich mir eingestehen, dass ich überhaupt keine Ahnung von Pflanzen habe. Ich gehe da nach Preis und Blütenfülle und ich wollte um jeden Preis eine Bougainvillea (bis ich wusste, wie sie heißt, vergingen Monate!), Lavendel und Oleander haben! Der Rest ist auf trial and error ausgelegt. Mein Pfefferminz sprießt und gedeiht und auch die getrockneten Blumenzwiebeln aus dem Supermarkt sind dabei sich in Pflanzen zu verwandeln. Ganz begeistert bin ich von den Pflanzen in den Hängekübeln an den Fensterläden! Selbst eine Woche in der Obhut meiner besseren Hälfte haben sie nicht abgetötet. Im Gegenteil - obwohl ich sie nie aus ihren Plastiktöpfen aus dem Gartencenter herausgeholt habe, haben sie ein Blütenmeer entwickelt, als wäre da jemand am Werk, der Ahnung davon hätte. Ich weiß nicht mal, was das für Pflanzen sind, geschweige denn, was sie an Fürsorge benötigen, aber ich lasse es mir dennoch nicht nehmen, jeden Morgen mit wissender Miene die trockenen Blüten abzuschneiden und aus dem zweckentfremdeten Rotweindekantierer nachzugießen, bis mich der Zustand der Erde zufriedenstellt. Den Blumen scheint es zu gefallen. Und so nach und nach entwickelt man sich zum Kenner auf diesem Gebiet, auch wenn ich mich noch in der ersten Klasse der Baumschule befinde. Ich könnte auch mal eines meiner vielen neuen Bücher zum Thema Gartenanbau konsultieren, zB. das Buch zur Kreuzung von Zitronenbäumen oder zur Selbstversorgung, ganz zu schweigen von den ganzen Büchern, an die ich mich hier nicht einmal erinnere, auch wenn ich sie neulich erst erworben habe. Tja, hätte der Tag bloß 48 Stunden...


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