Tuesday, June 18, 2013

Es wird, es wird...

Der Sommer ist angekommen und mit ihm die bleierne Müdigkeit, die einen mitten am Tag treffen kann. Im Grunde fängt man schon müde an. Erst der Kaffee (Ochsenladung in meinem Fall!) kann den nötigen Push geben und manchmal hält der Effekt dann einige Stunden lang an und manchmal könnte man direkt nach Genuss schon wieder ins Bett gehen.
Aktuell ist der Bambuswald ins Visier gerückt: Fällen, Fegen, Wurzeln entfernen. Was beim normalen Heimbambus noch der Pflege einer Balkongeranie gleich kommt, ist bei unserem Bambus schon eher ein Fall für das Buschmesser. Wir reden von Bambusstämmen von rund 8cm Durchmesser und einer Länge von bis zu 10 Metern. Ungelogen. Offenkundig nutzen die irgendeine Wasserader, die hier den Berg hinunter kommt, denn sonst würden sie es nie auf diese Länge bringen. Das Wurzelgeäst im Boden lässt sich kaum beschreiben. Mit Spitzhacke und Schäferhund haben wir uns an die Sisiphusarbeit gemacht, wenigstens einen Teil der Stümpfe aus dem Boden zu entfernen. Das Ergebnis sind rund 10qm völlig umgepflügten Bodens, und die meisten Stümpfe stehen noch. Der Bambus wird sich rächen, wie er das jedesmal tut, wenn man irgendwo einen Stamm entfernt hat. Dabei ist er bereits überall im Garten in Gebrauch - als Tomatenstöcke, als Weintraubenhalterungen, als Rankgitter für die Bougainvillea und seit gestern auch als Gazeboo unterhalb der hinteren Traubenreihen. Endlich ein Platz für meine Vision von einer großen Cenatafel im Freien, wie man das oft auf romantisierten Toskana-Bildern sieht.
So langsam nimmt denn nun auch alles Gestalt an, was nach all der intensiven mentalen und körperlichen Arbeit und den Hunderten von Euros, die aktuell wiedre in das Haus geflossen sind, endlich eine gewisse Genugtuung mit sich bringt. Wir haben gestern so auch zum ersten Mal eigene Limonade aus eigenen Zitronen hergestellt und eigenen Pfefferminztee von der importierten Pfefferminzpflanze. Man sieht auch schon die ersten Feigen am Baum und die neuen Trauben. Leider dieses Jahr fast keine Marillen. Dafür tragen die neuen Tomatenpflanzen enorm gut, während im letzten Jahr die komplette Ernte verdorben gewesen war.


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