Wednesday, April 10, 2013

Irgendwie angekommen...

Es gibt so Tage, da meint man, man sei überall fehl am Platz, zweifelt an seinen Entscheidungen und Urteilsfähigkeit, daran, ob das, was man alles so tut überhaupt jemals an ein Ziel führen kann. Und dann gibt es Tage wie gestern, wo auf einmal die Sonne schien, man ausgeschlafen war, nicht mehr allein, der Hund ausgeglichen, das Wasser im Boiler gleich heiß war und die Welt auf einmal ganz anders aussah. An so einem Tag wie gestern freute ich mich zum ersten Mal über die neu abonnierte, heimische deutsche Zeitung, die mit nur 2 Tagen Verzögerung in den Postkasten geworfen worden war. Weil es endlich wärmer war, hatte ich mich zur Abwechslung mal wieder in Schale geworfen und mich dem Style hingegeben, war ins Auto gestiegen, in die Stadt gefahren und hatte zum ersten Mal einen Parkschein hier gezogen. Ich überquerte mit hohen Absätzen die große Straße Richtung Zentrum, holte einige deponierte Bücher bei meinen Schwiegereltern ab und ging einige Häuser weiter um zum ersten Mal meine italienische Nichts zu unterrichten. Auf Italienisch - wie selbstverständlich. Zum ersten Mal verstand ich sie ohne Probleme und konnte auch ihrer Mutter - die zum Dialekt neigt - im Anschluss ein fundiertes Feedback geben. Die Sonne strahlte ins Zimmer, als nach mehr Unterricht verlangt wurde und ich zum ersten Mal richtig zufrieden war, dass ich die nervtötende andere Schülerin vor rund zwei Wochen losgeworden war. Und als ich im warmen Sonnenschein schließlich durch die engen Gassen zurück zum Auto lief, da hatte ich zum ersten Mal das Gefühl ein Teil der Stadt und irgendwie angekommen zu sein. Ich lenkte das Auto im chaotischen Verkehr zurück nach Hause, lud meine bessere Hälfte und Hund Ludwig ein und gemeinsam fuhren wir zur Feier des Tages einen Cocktail trinken. "Bist du endlich wieder gesund, du Arme?!", begrüßte mich die Frau von Cousin Massimo. Dass ich einen Magen-Darm-Virus gehabt hatte, hatte sich wie ein Lauffeuer durch die Familie verbreitet. Einige hatten mich sogar besucht um sich die kranke Deutsche anzusehen. Wir tranken einen Champagner mit Campari, danach liefen wir noch eine Runde mit Ludwig durch die Stadt und am Abend kochte zur Abwechslung ich das Dinner. Ja wirklich, manchmal gibt es solche Tage, an denen irgendwie einfach alles rund läuft...


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