Tuesday, April 23, 2013

Back to work, folks...

Bin noch keine 24 Stunden wieder in Italien, habe aber schon wieder vollen Arbeitseinsatz. Das Wetter ist schön, aber tückisch, denn kaum ist die Sonne weg, fegt kalter Wind um die Hausecken. Ich habe gekocht, habe eingekauft, bin Gassi gejoggt, habe ein erstes Feedback nach Turin erhalten, bin noch mal einigen Geschäftspartnern mailtechnisch aufs Dach gestiegen, habe einen neuen Flyer für Sprachprojekte an Schulen entworfen, Proof-reading für einen Press-kit-Artikel gemacht, habe meinen aus Deutschland eingeflogenen Pfefferminzableger eingepflanzt, habe mich an einer Tunfischdose geschnitten und begonnen die Treppe zur Haustür vom Moos und Unkraut zu befreien. Bei letzterem war ich nicht sonderlich erfolgreich, da Ludwig mit der Klobürste im Maul unterwegs war und durch den Garten gejagt werden wollte, bis er die Bürste von der oberen Ebene des Gartens unten auf den Kompost fallen ließ. Da liegt sie jetzt nun, irgendwo zwischen Eierschalen und Geäst.
Ich machte auch eine Bestandsaufnahme, was vor dem Eintreffen der ersten deutschen Gäste auf jeden Fall noch erledigt werden muss. Das ist gar nicht mal so wenig, wenngleich es alles so kleine und lästige Dinge sind, die einen schon seit Wochen aufhalten, weil es im Allgemeinen bedeutet nur für einen einzigen speziellen Nagel in ein zwanzig Minuten entferntes Geschäft zu fahren, weil man sonst den Duschvorhang nicht befestigen kann. Und meine Liste ist voll von solchen Dingen. Immerhin hatten heute beide Schüler, die ich gehabt hätte, abgesagt und so konnte ich mich voll und ganz auf die anderen Aufgaben konzentrieren. Und der Tag war schon damit gestartet, dass wir am frühen Morgen Onkel Cesare durchs Tor kommen hörten. Während meine bessere Hälfte laut fluchend aufstand um Kaffee zu kochen und dann im Garten erzwungenermaßen mitzuhelfen, drehte ich mich noch einmal um und ließ den Morgen Morgen sein. "Ist sie nicht da?" hörte ich es in der Küche fragen. "Nein", antwortete ich im Geiste und gönnte mir noch zwei weitere Stunden Schlaf, ehe ich kurz nach 10 das Schlafzimmerfenster öffnete und die Sonne hereinließ. Etwas, was man den ganzen Winter über vermisst, aber nicht gemerkt, hatte, war, dass es im Winter einfach nicht riecht. Und jetzt riecht es endlich wieder. Nach allem, was den Sommer ausmacht, selbst wenn dieser jetzt natürlich noch nicht eingetroffen ist. Aber es riecht warm und nach Pflanzen und nach Leben. Und das haben wir doch alle hier sehr schmerzlich vermisst in den letzten Wochen und Monaten. Aus Russland habe ich neulich einen Spruch gehört: "Wenn du hier drei Monate Winter und Minusgrade überstanden hast, dann bekommst du noch einen vierten kostenlos dazu." So ähnlich hatte es jetzt in ganz Europa ausgesehen und ich möchte wetten, dass es nicht eine Menschenseele gibt, die das Regenwetter (wahlweise auch Schnee) jetzt noch ertragen könnte.
Im TV laufen die neuesten Politik-Skandale, Ludwig schläft friedlich auf dem Sofa, ein frischer Geschirrberg türmt sich in der Küche und ich bin dabei Kerzen für neue Kerzenständer zurechtzuschnitzen. Alles, was jetzt noch auf der Liste steht, wird jetzt ganz einfach auf morgen verschoben...


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