Saturday, March 2, 2013

Schwiegermutter, die Erste

Eigentlich hätte ich ja 2,5 Tage allein sein sollen - mit Hund natürlich. Meine Schwiegermutter wollte mich dann morgen mal besuchen kommen. Habe ganz arglos heute gefragt, wann ich sie denn morgen abholen soll. Da sagte sie, sie könnte auch schon heute Abend kommen, dann können wir zusammen essen. "Aber du bist doch heute bei den Enkeln zum Babysitten!" - "Aber aber doch nur, bis meine Tochter kommt. Ich ruf dich an." - "Aber wird das nicht zu viel? Ich kann dich wirklich auch morgen abholen." - "Nein, nein, es macht mir ja Spaß, wenn ich gebraucht werde! Dann bis heute Abend!".
Nun, gut, dass der Haushalt in den letzten Tagen recht gut auf Vordermann gebracht worden ist, dachte ich stolz. Dann wird sie diesmal wenigstens nicht demonstrativ gleich anfangen zu putzen, wenn sie hier ist. Ich hab dann doch noch gleich alles Geschirr weggespült und noch einige Fliesen gewischt, um ganz sicherzugehen. Um 8 Uhr dann der Weckruf. Ich könnte sie jetzt abholen und sie hätte Essen dabei. Also fuhren Ludwig und ich gleich los. Immerhin müsste ich sie später ja auch wieder zurückbringen, also wollten wir sie nicht warten lassen. Nur wenige Minuten später war ich mitten in der italienischen Wortschwallwelle untergegangen. Und während ich das Auto durch einen chaotischen Abendverkehr lenkte, mit Ludwig auf dem Beifahrersitz, nicht von der Polizei gesehen werden durfte und versuchte mich auf die italienische Unterhaltung zu konzentrieren, hörte ich von hinten "Ich habe eben noch eine Freundin gesprochen, als ich auf euch gewartet habe. Die fragte: Was machst du denn so spät noch hier draußen auf der Straße? Und ich: Ich werde abgeholt, ich übernachte heute bei meiner Schwiegertochter oben am Hang." - "Ach ja?" Übernachten war mir neu, ich kämpfte gerade gegen Ludwig, der meinte mitten auf der Fahrt neben mir aufstehen zu wollen und den Rückspiegel fast abbrach und hätte beinahe die Abzweigung verpasst. Meine Schwiegermutter redete derweil weiter. Sie redet mit jedem, der ihr in die Quere kommt, und wenn keiner mitredet, dann redet sie mit dem Hund - oder mit sich selbst. "Ich habe Prosciutto gekauft, und Brot, und eine Pastete, dann können wir uns einen Toast machen. Und für das Bambino (Ludwig) habe ich Fleisch dabei." 3 Männer am Straßenrand lachten über unsere Sitzordnung im Auto und ich versuchte mühsam, allen Aufgaben gerecht zu werden. Wann würde sie denn wohl wieder nach Hause gehen wollen? Ich traute mich gar nicht zu fragen...

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